
Für die nächste re:publica wird euphorisch die Werbetrommel gerührt. Aber nicht mit Don Alphonso, der wie immer als griesgrämiger Gargamel die Schlumpfenparty zerstören will. Das ganze sei ein PR-Event für schlechte Blogger, die auch schlecht bleiben würden, während er selbst und die Veranstalter sich ins Fäustchen lachen würden, dass kleine naive Blogger dafür Geld ausgeben. Re:publica also eher eine fiese Marketingveranstaltung, die die Authentizität von Blogs in der kapitalistischen Mühle zermalmt?
A propos Kapitalismus: Was den einen zu einer neuen Lyrik des Neoliberalismus (genannt Steinbruecken) anreizt, lässt den anderen (Jochen Hoff) erneut ein paar seiner Lieblingsheuschrecken feiern. Diesmal: Hundt, Scholz und Steinbrück. Da wünscht sich offensichtlich einer die RAF zurück…
In Anbetracht der Stabilisierungsversuche des bestehenden Wirtschaftssystems winkt Don Alphonso nur noch müde ab und schreibt die nächsten zwei Jahre wirtschaftlich in den Wind.
Die Intransparenz der Rettungspakete bringt laut Zeitgeist der LINKE-Politiker Lafontaine auf den Punkt.
Ein ergiebiges neues Feindbild wird gewiss der neue Bundesminister fuer Wirstschaft und Technologie Karl-Theodor zu Guttenberg liefern, wenn man sich das alte Video ansieht, das Netzpolitik jüngst ausgegraben hat.
Auch der Öffinger Freidenker freut sich bereits auf den Adligen mit den 10 Vornamen und verweist auf Enthüllungen über des Lügenbarons vermeintliche Arbeitserfahrung.
Fefe ergreift ausnahmsweise Partei für ein Mitglied “unserer Junta”. Der solle erstmal ein paar Wochen arbeiten und dann könne man ihn bewerten.
Doch selbst das CDU-Blog prophezeit, dass Guttenberg es schwer haben wird und wünscht ihm zaghaft alles Gute.
Für die NachDenkSeiten sind der neue Minister und seine vermeintliche Arbeitserfahrung ein heisser Kandidat für die Verleihung des Titels Manipulation des Monats.
Ach so, aber wie viele Vornamen hat der Kollege denn jetzt? Die Auswirkungen der Hinzufügung eines falschen elften Namens werden vom Parteibuch beurteilt und das “Zitierkartell” des deutschen Qualitätsjournalismus aufgedeckt. Andererseits: Ist es für einen Journalisten so verwerflich, den vollen Namen einer Person bei Wikipedia nachzuschlagen?
Der Normalverbraucher freut sich über die Aktion der FAZ, ausländische Mitbürger ihre Erfolgsgeschichte erzählen zu lassen. Der Linke hingegen rümpft gleich die Nase, wenn der Dönerverkäufer um die Ecke nicht zu Worte kommt.
Politisch korrekter geht es da wohl bei Samy Deluxe zu, dessen neue Platte vom Antibürokratieteam zur moralischen Erziehung von Migrantenkindern empfohlen wird.
Unglaublich aber wahr: Ein Blogger gibt George W. Bush recht bezüglich seiner Haltung zum Kyoto-Protokoll. Das man das noch erleben darf.
Verspätete Empfehlung der Woche: Die Achse des Guten hat auch endlich mitbekommen, dass es Zeichentrickfilme mit ernsten Inhalten gibt. In der irrigen Annahme, “Waltz with Bashir” sei der erste Doku-Zeichentrickfilm der Welt, loben sie den schon seit einigen Monaten laufenden, tatsächlich sehr guten Film (natürlich primär für seine israelkritische Haltung).
Aufdeckung der Woche: Spiegel Online versucht sich mal wieder in schlecht recherchiertem Windrad-Bashing. Analysiert vom Klima-Lügendetektor.
Schulterschluss der Woche: Udo Vetter und Fefe sprechen sich gegen den Vertrag aus, den Internetprovider mit dem Bundeskriminalamt schließen sollen. Er soll dazu beitragen, kinderpornografische Inhalte oder solche, die das Bundeskriminalamt hierfür hält, zu sperren.
Empfehlung der Woche: Genderama, ein Blog aus der Männerbewegung zu den Irrungen und Wirrungen des täglichen Gendertroubles.
Bild: flickr.com (Michael Panse MdL)

