Mit ‘diskussion’ getaggte Artikel

Politik, Frauen, Fußball sind die heutigen Themen der Forenschau. Ein geneigter Leser könnte jetzt fragen: „Was braucht man mehr?“

Freitag, 02. Juli 2010

Ergänzt man die drei Schlagworte jedoch um Integration, Macht und
Linkspartei, weiß ein jeder Diskutant sofort, was für verbale Duelle
sich hier anschließen können.

Cacau, Khedira, Boateng, Aogo, Tasci, Gomez und Özil: In der
Nationalmannschaft spielen mittlerweile viele Ball-Virtuosen mit
Migrationshintergrund. Multi-Kulti, Kampf der Kulturen auf dem Rasen
oder alles nur eine Frage des Geldes? Das verleitete im Forum zur Frage:„Deutsche Nationalelf: Ein Vorbild der Integration?“

Nur weil es ein paar Bundesliga-Fußballspieler und erfolgreiche
Sänger mit Migrationshintergrund gibt, ist die Integration von
Zuwanderern und ihrer Nachkommen noch längst nicht gelungen
“, meint
dazu Jakob.

Leistungen im Fußball mit ethnischer Abstammung zu verknüpfen ist ein hoffnungsloses Unterfangen. X-RAY fasst das in die Worte: „Nirgends funktioniert die Integration bzw. das faire, multikulturelle Zusammenspiel so gut, wie auf dem Fußballplatz. Nirgendwo fallen Grenzen zwischen Kulturen schneller als auf dem Fußballplatz – um nicht zu sagen im Sport ganz allgemein. Wir sollten dies als Vorbild ansehen, für ein besseres Verständnis der unterschiedlichen Kulturen auch im Zusammenleben der deutschen Gesellschaft im Allgemeinen. Man braucht keine (braune?) Diskussion darüber, welche Kultur die scheinbar bessere ist. Diversität der Kulturen bringt einen entscheidenden, evolutionären Vorteil. Wir können von unterschiedlichen Kulturen lernen und dadurch profitieren, indem wir die Vorteile von den Nachteilen extrahieren. Eine Monokultur aber ist zum Aussterben verurteilt.

Beim Thema Fußball WM 2010 in Südafrika wird aber nicht über kulturelle Implikationen gesprochen, auch die ironische Kritik kommt nicht zu kurz. Manchmal scheint das Geschehen zu Hause interessanter, als der grüne Rasen im TV. Ob das an der Qualität der letzten Spiele lag, sagt uns ThiloS: „Mein Auto ist aus der Reparatur von wegen der Deutschlandfahne zurück, hurra. Mein Jüngster war davon so begeistert, dass er in einem unbeobachteten Moment beschlossen hat, den SUV zum Fanmobil aufzupimpen. Ihm und den Marken „hanuta“ und „duplo“ sei Dank klebte Schweinsteiger am vorderen Kotflügel, Gomez stürmte auf dem Kühlergrill gleich neben Klose auf der Kühlerhaube, Lahm fand sich auf der Beifahrerseite hinten rechts, Neuer hielt den Kasten der Heckklappe, flankiert von Mertesacker und Friedrich, sauber und nur Podolski kam unter die Räder, der musste sich mit der Lauffläche des Reifens begnügen. Ist auch der Einzige, den ich nach 2 Stunden Schrubben und Polieren da gelassen habe, wo er ist. Trochowski befindet sich auch noch irgendwo, er war auf jeden Fall nicht mehr auf der Ersatzbank in der Hosentasche des Kleinen und ich hege den Verdacht, dass er sich noch einmal unangenehm bemerkbar machen wird.

Fußball ist längst kein reiner Männersport mehr. Aber nicht nur im Sport, auch in der Politik ist Gender Mainstreaming angesagt: „Frauen an die Macht!“, hieß es im Dossier aus der Redaktion, welches einen historischen Abriss von Regierungschefinnen abhandelte. Ganz unhistorisch dafür umso verschwörerischer fand sb-art dafür auch ein Anagramm: „Das kann doch kein Zufall sein! Wenn man die Buchstaben im Wort Bundeskanzlerin neu anordnet ergibt dies das Wort Bankzinsenluder!

Auch die Bundespräsidentenwahl hat im Forum deutliche Spuren hinterlassen. „Die SPD will die LINKE spalten?“, fragte der User Jariel und bezieht sich damit auf Linke-Chefin Gesine Lötzsch, die gegenüber der Frankfurter Rundschau diese Befürchtungen geäußert hatte.

Van Schnitzler sieht die Linke aber gut etabliert: „Totgesagte leben länger Also ich denke die Linke hat sich in Deutschland etabliert, weil einfach nach einer Partei links der Mitte Bedarf besteht. Seitdem sich Union/SPD/FDP und Grüne die Mitte streitig machen, bleibt an den Rändern eben Platz“. Was seiner Meinung nach eher dringend gebraucht würde, wäre eine rechtskonservative, demokratische und nicht antisemitische Partei auf der anderen Seite des parteipolitischen Farbenspiels.

Dennoch: wie zersplittert die Mitte-Links Parteien sind, zeigte die Präsidentschaftwahl. Dazu fand der User Zaungespräch ganz neue Ausdrucksformen im politischen Gespräch:

So ein Wahlgang ist kein Walfang,
Fette Beute gibt es selten oder nie.
Und das Essen macht nur hungrig,
Wenig Vorrat schafft nur Hysterie

Täglich machen wir uns Feinde,
Diese wehren sich mit Macht;
Die Vernunft macht egoistisch
Nur der Dritte ist’s, der lacht.

Mit einem Gedicht kann ich am Schluss nun nicht mehr dienen, dafür aber mit einer echte wahren Annekdote: „Treffen sich ein Italiener, ein Franzose, ein Portugiese und ein Engländer am Flughafen. Sagt der Engländer: ‚Lasst uns noch auf den Argentinier warten!’“

(p.t.)

Fussball und Politik – FORENSCHAU

Mittwoch, 16. Juni 2010

Was haben Verschwörungtheorien über Fussball, präsidiale Ökoaktivisten, bestechliche Ärzte und ratlose Gesundheitspolitiker gemeinsam? Richtig: Sie werden in den Foren von politik.de besprochen. Mehr dazu in dieser wöchentlichen Forenschau!

Fussball für Verschwörungstheoretiker

Fussball und Politik: Passt das zusammen? Brisante politische Themen scheinen überall im allgemeinen Trubel der WM unterzugehen. Überall? Nein, nicht im Forum von politik.de! Die Forenschau dieser Woche wirft einen Blick in die aktuellen Diskussionen! Neben Verschwörungstheorien rund um das runde Leder wurde wieder das eine oder andere heiße Eisen angefasst.

Beispielsweise ein Aufruf von User herbert42, der um kreative Unterstützung der FDP beim Finden von Alternativvorschlägen zur Kopfpauschale bittet. Sein eigener Vorschlag: Abgaben auf Zinsen, Mieten und Gewinnen aus Spekulationsgeschäften. “Aber hier ist die Mövenpick-Partei taub”, resümiert herbert42.

Doch auch der auf wirtschaftlichen Wettbewerb setzende Nutzer Kyrios sieht bei der Kopfpauschale wohl nur (die falschen) Köpfe rollen: “Im Moment sehe ich nur, dass immer mehr Geld rein gepumpt wird und immer weniger raus kommt. Die Kopfpauschale würde das m.E. alles nur verschlimmern”. Eine Lösung scheint hier nicht in Sicht. Der User Gandhi70 ist noch fatalistischer, denn selbst wenn die Krankenkassen wirtschaftlicher arbeiten würden, fräßen die Pharmakonzerne seiner Meinung nach den Überschuss auf.

Aber nicht nur die FDP auch die Ärzte bekommen ihr Fett weg: Erst gerade meldete die Frankfurter Rundschau, dass jeder zweite von befragten Ärzten auf der Honorarliste der Pharmaindustrie stünde. Schnell sind die Verantwortlichen für die Misere des Gesundheitswesens ausfindig gemacht. Der Nutzer Norden fasst das kurz in zwei Sätze: “Jetzt kommt heraus. Das deutsche Krankenkassensystem ist an seinen Ärzten erkrankt. Die Krankheit heißt GIER.”

Doch gilt das für alle Ärzte? User Muckensen schreibt dazu: “Wer hier von der Krankheit der Gier spricht, hat selbst eine, er leidet nämlich an einem haltlosen Schwarz-weiß-Weltbild. Besonders Allgemeinmedizinern auf dem Land geht es schlecht, die sind glücklich, wenn sie bei plus minus Null rauskommen. Von den Krankenhausärzten gar nicht zu reden, die bei witzlosen Jahresgehältern 24-Stunden-Schichten abreißen müssen.”

Hat den 'vertikalen Durchstich' geschafft: Udo Lindenberg

Wer bezahlt für die Krise? Mitten in der Diskussion um den Sparplan der Bundesregierung, machte das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung mit einer Studie drauf aufmerksam, dass die Einkommen von Arm und Reich immer weiter auseinander driften. Schrumpft die Mittelschicht nun durch ein Definitionsproblem, wie User Analyser es sieht und diese Definitionen zurecht in Frage stellt? Oder weil die soziale Mobilität zunehmend eingeschränkt wird? Der User CarolusQuinto sieht klassische Sprichwörter bewiesen: “Wer nix erheiratet und nix ererbt, bleibt ein armer Teufel bis er sterbt. Vertikale Durchstiche sind nicht die Regel – jedenfalls nicht in Regionen jenseits von jetzigen angeblichen Mittelschichtseinkommen! Schon Udo Lindenberg vermerkte, dass man dazu entweder Erfinder oder Schwerverbrecher sein muss (zur Aufnahme in den Club der Millionäre). Erbschleicher vielleicht oder ein Lottogewinn – mehr Möglichkeiten sind halt nicht drin.” Lindenberg selbst ist bekanntlich der ‘Durchstich’ trotz dieser Feststellung gelungen.

Auch um Geld – aber nicht nur- dreht sich der Wandel von No-Drama-Obama zum Ökoaktivisten. Der US-Präsident verglich die Auswirkungen der Ölpest im Golf von Mexiko auf die USA mit dem 11. September. Doch der einstige Glanz von Obama scheint in der Diskussion entzaubert worden zu sein: “Obama sollte zuerst seine eigene Verantwortung an der Ölpest übernehmen, ehe er anderen die alleinige Verantwortung zuschieben kann”, meint dazu der User match.

Möglicherweise wurden die staatlichen Kontrollen unzureichend durchgeführt. BP und die US-Regierung schieben sich den schwarzen Peter gegenseitig zu. Für User bernie ist die Sachlage allerdings klar: “Alles, was die US-Regierung ohne Absprache mit BP unternimmt, muss diese auch selbst tragen, bevor sie BP keinen Vorsatz nachgewiesen hat, diese Umweltverschmutzung nicht eindämmen zu wollen, oder ihrer Sorgfaltspflicht nicht nachgekommen zu sein. Sollte man aber nachweisen können, dass Sicherheitsstandards gegen Schmiergeldzahlungen vernachlässigt worden sind, könnten alle Vermögenswerte von BP in den USA eingezogen werden.”

Trotz Fussball-WM also ein lebendiges politisches Forum! Nutzer Roydans fragt daher augenzwinkernd: “4:0 Deutschland wird Weltmeister! Oder hat die Bundesregierung Australien bestochen, um uns von innenpolitischen Problemen abzulenken?”. Doch ganz so verschwörerisch sieht das der Nutzer Jörg Valtin nicht, dieser bangt jedoch nicht nur um die Weltmeisterschaft, sondern auch um den Spaß dabei: “so kann eine Fußball – WM, im Sinne des Wortes wirklich viel Spaß machen. Wir hoffen das geht noch möglichst lange so weiter.”

Bezüglich der Verschwörungstheorie: Deutschland hat schon viele Auftaktspiele gewonnen und wurde dann im selbigen Jahr doch nicht Weltmeister laut Jörg Valtin . Aber andererseits: mit einem Sieg zum Auftaktspiel hat man sich auch noch nie einen Titel versaut. Da fällt uns aber allen ebenso wie dem User Thasemius kollektiv ein Ball vom Herzen.

Auf geht’s in die nächste (Diskussions-) Runde auf politik.de

Fotos: flickr.com (iceBone, SpreePiX Media Deutschland)

Welches (Präsidenten)Schweinerl hätten’s denn gern? FORENSCHAU

Mittwoch, 09. Juni 2010

Diese Forenschau steht ganz im Zeichen der bevorstehenden Wahl unseres/unserer neuen Bundespräsidenten/tin. In unserem Forum wird diese Frage natürlich auch heiß und innig diskutiert. Deswegen heute, hier und jetzt: Unser Spezial: Welches (Präsidenten)Schweinerl hätten’s denn gern?

Wer wird neuer Mieter?

Wer wird neuer Mieter?

Beginnen wir mit Christian Wulff. “Jamaikagruen” wusste es schon vor allen anderen und eröffnete folgenden Beitrag: “Christian Wulff wird der neue Bundespraesident“. User figlio di papaschätzt die Lage dann auch gleich ein:Christian Wulff wird es dann aufgrund der Mehrheitsverhältnisse in der Bundesversammlung wohl werden. Das ist bedauerlich, denn für mich ist dieser Mann kein Bundespräsident. Er ist der kleinste gemeinsame Nenner einer Koalition, die sich nicht mehr viel zu sagen hat, und erregt nicht im Geringsten den Verdacht der Überparteilichkeit. Interessant der Kandidat der Sozialdemokraten und der Grünen, obwohl er keine Chane hat. Denn die haben mit Joachim Gauck nun genau einen Kandidaten nominiert, der die Kriterien eines BP erfüllt, parteilos und somit durchaus geeignet auch überparteilich zu agieren und verdienstvoll um dieses Land. Interessant vor allem auch deshalb, weil SPD und Grüne damit die LiPa in Erklärungsnot bringt, warum sie einen eigenen Kandidaten aufstellen will.” Doch damit nicht genug, CarolusQuinto ergänzt: “Bekommen CDU/CSU/FDP für Wulff keine koalitionsinterne Mehrheit über die Bundesversammlung zusammen (die FDP-Landesverbände von Sachsen und Thüringen wollen wohl mit ihren Abgeordneten Gauck wählen) wird es für Angie und Schwarz-Gelb im Bund insgesamt eng, kommen noch mehr Abweichler von der FDP wird die Koalition nicht mehr zu halten sein. Ich vermute ebenfalls, daß viele CDU-Abgeordnete aus dem Osten ehr Gauck präferieren, noch eine Unsicherheitsvariante.”

Sicher hingegen ist die Nominierung von Joachim Gauck. “jmjarre” findet das sehr gut. “Joachim Gauck ist ein sehr guter Kandidat… Für mich persönlich wäre er mein Favorit. Gauck hat viel getan für die Einheit, mehr als manch andere(r). Er wäre klar und deutlich ein guter Bundespräsident, der vor allem in den neuen Bundesländern einen guten Ruf hat.” Nutzer EuFranksieht das ähnlich: “Ich denke auch, dass Gauck in so gut wie jedem Punkt der bessere Kandidat ist. Wulff stellt eigentlich keine eigenständige Persönlichkeit dar. Er scheint ein relativ auswechselbarer Funktionsträger zu sein. Wulff kämpft für die CDU, aber nicht für das Gemeinwohl der gesamtdeutschen Bevölkerung. Und damit ist gerade er recht ungeeignet für den Job eines Bundespräsidenten.” Gegen Herrn Gauck gab und gibt es in einer hitzig geführten Diskussion natürlich auch Stimmen. utopisch hierzu: “…was macht jemanden zum Bürgerrechtler? Wenn sich jemand in der Endphase eines friedlichen Umsturzes…an dem übrigens auch viele Linke beteiligt waren… plötzlich auf die richtige Seite stellt?” resignierend stellte scepticusfest: “Wäre Helmut Schmidt doch nur ein paar Jahre jünger!” Ach ja….

Zu guter Letzt die Kandidatin der Linkspartei. “WolfgangSeidel” eröffnet: “Bundespräsidentenwahl: Luc Jochimsen soll für die Linke kandidieren. Nutzer kyrios zur Nominierung: “Und da wird schon wieder das Amt des Bundespräsidenten befleckt. Ich dachte schlimmer als CDU/FDP geht es (in dieser Hinsicht) nicht mehr, aber da merkt man mein junges Alter, dass ich mich immer noch ueberraschen lassen kann. 3 Punkte weswegen ich diese Person nicht wählen würde (würde ich eine Stimme haben):

~> Ich kenne sie nicht
~> Sie ist in einer Partei und somit nicht Unabhaengig
~> Ich finde Gauck sympathisch

Ich habe wirklich gehofft, dass diese Partei es schafft irgendetwas zu ändern. Allerdings glaube ich mittlerweile, dass sie genauso sind wie die anderen Parteien und sich immer schlechter den Wähler verkaufen kann.”

Das wird Interessant! Mehr? Auf politik.de!

Bild: flickr.com (azrael74)

Am Öl hängt die Zu(ku)nft, Köhler hat keine Lust mehr, Roland Koch auch nicht und das Kreuz für Lena FORENSCHAU

Mittwoch, 02. Juni 2010

Es ist  Mittwoch. Es ist Forenschau. Letzten Mittwoch war keine Forenschau? Dann war auch kein Mittwoch… Hier das neueste aus unserer Community in unserer Forenschau.

BP: Es ist angerührt

BP: Es ist angerührt

Die Redaktion von politik.de wünscht den Schmutzfinken von BP ebenso viel Tatendrang wie in dem Namen unseres Nutzers “DirekteAktion” steckt. Der Beitrag “Corporate Ölpest” regt zu Diskussionen an. “Was uns BP schmerzhaft beibringt: Die Ölpest im Golf von Mexiko belegt mal wieder alle gängigen Vorurteile gegen internationale Konzerne: Erst wird mit Bestechung, Lügen und gefälschten Gutachten eine Sondergenehmigung erwirkt, um im Naturschutzgebiet Profit machen zu können. Dann werden die Sicherheits-Bestimmungen vernachlässigt oder gezielt unterlaufen, um noch mehr Profit zu machen. Und wenn dann die Katastrophe passiert, dann ist keiner Schuld gewesen und es wird vertuscht, wo es nur geht. Is ja nich so, das das nicht absehbar war.” User monsier hat da seine eigene Methode: “Das schlimme ist, dass die neoliberalen Politiker immer nur tatenlos zuschauen. Wenn die Politik ein Konzept hätte und handeln würde, dann wäre sowas in Zukunft nicht mehr möglich, bzw. es wäre nur in Ausnahmefällen möglich. Wann kapieren die Politiker endlich, dass die Privatisierung von Bodenschätzen Diebstahl ist? Seit wann haben reiche Konzerne das Recht, alle Bodenschätze dieser Welt zu klauen und danach teuer an die Bevölkerung zu verkaufen? Die knappen Bodenschätze (zB Erdöl) sollten gerecht verteilt werden, so dass jeder sich den Sprit leisten kann, wenn er mit dem Auto zur Arbeit fahren muss. In einer Demokratie sollte das Volk die Bodenschätze beherrschen. Man sollte zu diesem Zweck alle Energiekonzerne verstaatlichen. Es kann nicht sein, dass die knappen fossilen Bodenschätze an private Konzerne verschenkt werden, die damit die Umwelt verpesten und den Arbeitnehmer abzocken. Nur die erneuerbaren Energien können weiterhin privat bleiben, weil dabei keine Umweltschäden in diesem Ausmaß drohen.” Klingt eigentlich gar nicht so schlecht…

Jobangebot: Bundespräsident

Jobangebot: Bundespräsident

Das war dann wohl doch zuviel. Nicht nur die Ereignisse um unseren Bundespräsidenten a.D. haben sich überschlagen, unsere Nutzer taten dies auch. Deswegen unser Sammelthread zum Thema: “Horst Köhlers Rücktritt“. Für eine direkte Wahl durch das Volk plädiert Gregorius I: “Nicht nur, aber gerade auch am Beispiel von Horst Köhler erkennt man, wie wenig Autorität kluge und mahnende Worte des Staatsoberhauptes bei unseren führenden Politikern und in der Wirtschaft genossen haben. Der Bundespräsident, der von den Politikern ins Amt gehievt wird, darf repräsentieren und als Unterschriftenleister funktionieren. Sobald er eigenständig denkt, politische Akzente setzt, seine verfassungsmäßigen Rechte des Ratens, Mahnens, Warnens wahrnimmt, und das womöglich auch noch öffentlich, dann wird er unbequem und, wie wohl im Falle von Horst Köhler, von der Politikerklasse der Hauptstadt gemieden und überheblich belächelt. Das ist es, was das Amt des Bundespräsidenten wirklich beschädigt, dass ihm außer dem Volk kaum jemand Respekt entgegenbringt. Ein vom Volk gewählter Bundespräsident hätte eine ganz andere Legitimation und mehr Autorität, ohne dass seine Befugnisse ausgeweitet werden müssten und sollten. Das Volk hat jetzt schon bewiesen, dass es mehr Zutrauen zu den Urteilen des Bundespräsidenten hatte als zu den vielen Leerformeln und ungehaltenen Versprechungen der führenden Politiker. Diese müssten sich eine Missachtung des Bundespräsidenten sehr genau überlegen, sie könnten den Bundespräsidenten nicht mehr als Marionette behandeln, sondern hätten ihn als Sprachrohr des Volkes zu respektieren. Vielleicht könnte das bei dem einen oder anderen Politiker dazu führen, seine Standpunkte ernsthaft und öfter mal zu überdenken?” ThiloS hätte da noch einen Vorschlag: “Roland Koch wäre zufällig frei…” Sollen wir das als Drohung verstehen?

Koch: Es gibt besseres

Koch: Es gibt besseres

Noch einer hat keine Lust mehr. Roland Koch aus Hessen. Sowas bleibt natürlich nicht unkommentiert. Forumstroll war am schnellsten: “Roland Koch legt Ende des Jahres alle Ämter nieder. Wie wir alle gerade mit großer Trauer hören mussten wird der Erfolgreiche und sehr beliebte Politiker der CDU Roland Koch MP von Hessen am Ende des Jahres alle seine Ämter niederlegen und sich aus der Politik zurück ziehen. Wir danken Roland Koch für seine Jahre lange gute Arbeit zum Wohl des Volkes. Danke Roland auf deinem weiteren Lebensweg wünschen wir Dir alles Gute.” Ob das wirklich so gemeint ist? Scheinbar, denn wenig später schreibt selbigerForumstroll: “Roland war, ist und wird immer seinen Prinzipien treu sein. Ob man diese nun gut oder schlecht findet sei man dahin gestellt. Heute gibt es nur wenige Menschen in der Politik welche so zu ihren Idealen stehen wie Herr Koch. Ich selber war auch nicht immer einer Meinung mit ihm. Zum Beispiel seine letzte Sache mit Kürzen bei Bildung war er nicht auf meiner Linie. Doch er hat Hessen zu einem Stabilen und Politisch Kommunismus freien Land gemacht. Kann man nur hoffe das es so bleiben wird.” Aha. Da ist pandera aber skeptischer: “Na endlich!! Dieser politische “Gentleman” hat schon genug politischen Unfug angerichtet. Bei der Spendenaffaire hat er sein Meisterstück im Lügen und Verdrehen geleistet. Aber es ist ihm zuzutrauen, das er etwas im Schilde führt.”

Bundesverdienstkreuz für Lena

Bundesverdienstkreuz für Lena

“KUKKSI” schreibt über unser aller Liebling: “Politiker wollen Lena Meyer-Landrut mit Bundesverdienstkreuz auszeichnen. Unsere Lena ist ja mittlerweile wieder in Deutschland angekommen. In Hannover begrüßte sie erstmal ihre Fans und freute sich über ihren unerwarteten Sieg. Der Terminkalender ist voll, da zahlreiche Pressetermine auf die 19-jährige warten. Doch das nicht genug, denn jetzt soll Lena nach Meinungen von einigen Poltikern sogar mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet werden. “Stefan Raab und Lena haben zusammen den Grand Prix gerettet und Deutschland einzigartig präsentiert“, teilte der Vorsitzende der Jungen Union, Philipp Mißfelder, der „Bild“-Zeitung am Montag mit. Ob Lena wirklich schon mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet wird ist natürlich abzuwarten. Trias hat nochmal eine nette Zusammenfassung der Wochenereignisse parat: “Lena hat das hübscheste Delphinlächeln, daß je unter dem Himmel gesehen worden sein dürfte. Und das rollige Katzenmiauen macht ihr so schnell keiner nach. Auch das erfordert Einfühlungsvermögen. Ihr Englisch hört sich noch etwas antrainiert an, aber das wird sich bearbeiten lassen. Schlußendlich ist Lena gleich nach dem bevorstehenden Fiasko bei der Fußball-WM ein gutes Mittel; um unsere Stimmung einigermaßen auf der Höhe der Anforderungen zu halten. Und in dieser Hinsicht ist viel zu verkraften. Der Rücktritt von Koch und Grüßhorst. Das sind so typische Nippesfiguren, mit denen kein Staat zu machen ist. Lena kann mehr, hoffentlich. Mit dem Bundesverdienstkreuz kann der Aufbau beginnen und danach ist in Berlin garantiert bald wieder mal die Position eines Politikflüchtlings neu zu besetzen.” In diesem Sinne: politik.de!

Bilder: flickr.com (Reihenfolge oben/unten: pizzodisevo; presse-nordelbien; f650biker; aktivioslo)

Pro und Contra D-Mark, Böse Spekulanten vs. Gute Politik, Trauer(spiel) um Capitano Ballack – Forenschau

Mittwoch, 19. Mai 2010

Nanu, die Forenschau am Mittwoch? Keine Sorge, wir stellen nur unseren Workflow (tolles Wort) um. Deswegen erscheint ab sofort jeden Mittwoch das neueste aus unserer Community hier in der Forenschau!

D-Mark Grab

D-Mark Grab

Schwächelnder Euro – Renaissance der D-Mark? Pro und Contra (erstellt von “The Big Buddha”) sind in diesem Beitrag zu finden: “Wiedereinführung der D-Mark?!? Pro und Contra“. Unser User “Triplettist Pro Euro: “Die DM wurde in Westdeutschland am 26. Juni 1948 eingeführt. Die damit verbundene Teuerung verursachte am 12.November 1948 den einzigen Generalstreik in der Nachkriegsgeschichte. Fast 10 Mio Menschen gingen demonstrierend gegen die DM auf die Straße. Von 1948 bis 1999 verlor die DM durch die Inflation ca. 75% an Wert, das bedeutet eine durchschnittliche Inflationsrate von 3%. An diesen Wert reicht der Euro nicht heran. Die 10 Jahre Euro zeigen eine aussergewöhnliche Stabilität des Euro. Die abfällige Bemerkung über einen “Teuro” sind in der Praxis nicht haltbar.”

Das sieht aber nicht jeder so. Idahadagomeint: “Du glaubst das doch nicht wirklich selber? 1999 500g Brot beim Bäcker 1,25 DM, Heute kostest es 1,95 €. 1000g Zucker 0,49 DM, Heute 0,69 €. Das sind die Preise, die mir spontan so einfallen, ich bin sicher, wenn man mal die alten Preislisten aus DM Zeiten zur Hand hätte würde man den Betrug schön sehen und wie wir täglich belogen werden.”

Falk1990 hat die Hoffnung noch nicht aufgegeben: “Also ich persönlich glaube nicht an eine Wiedereinführung der DM, denn das würde Deutschlands Wirtschaft nur schaden (Export). Eine Umstrukturierung der Wirtschaft vom Export weg, halte ich nicht für realisierbar. Zudem ist Frau Merkel viel zu sehr Pro Euro eingestellt und wie man an der Griechenlandhilfe sieht, würde sie lieber gemeinsam mit dem Euro untergehen, als eine neue Währung einzuführen (Übertreibung damit es deutlich wird ). Außerdem glaube ich auch nicht an eine Inflation, denn der 750 Milliarden schwere Euro-Rettungsschirm wird das verhindern.”

Böse Spekulanten Gute Politik

Böse Spekulanten vs. Gute Politik

Auch unser Analysermeldet sich diese Woche wieder zu Wort. Sein Thema: “Die Finanztransaktionssteuer ist sinnlos und in erster Linie eine populistische Modeerscheinung. Die energischen Befürworter kommen mir vor wie jemand, der in erster Linie die Verkehrsunfälle dadurch reduzieren will, dass er den Autokauf und -verkauf oder das Benzin stärker besteuert. Und sich um Geschwindigkeitsbegrenzungen, TÜV-Pflicht und Gurte erst nachrangig kümmert. Die Transaktionssteuer nimmt keine Rücksicht auf eingegangene Risiken und ist daher schon vom Ansatz her unsinnig. Es lässt sich auch empirisch nachweisen, dass sich die Schwankungsbreite dadurch nicht ändert, im Gegenteil, sie steigt sogar. Richtig kontraproduktiv für Deutschland wird die Steuer allerdings dann, wenn sie nicht weltweit eingeführt wird. Nutzlose und kontraproduktive Steuern haben wir wie gesagt schon genug. Logischer wäre eine Gewinnbesteuerung, ggf. unter Berücksichtigung der Volatilität der gehandelten Finanzprodukte. Aber auch hier garantiere ich: Der Staat wird diese Steuereinnahmen nicht ansparen, sondern wie üblich schnell in anderen Haushalt-Etats versenken. Es ist daher erheblich wichtiger, gesetzliche Schranken und Sanktionen, eine strenge, handlungsfähige Aufsicht und die Verhinderung von Klumpenrisiken anzustreben – sowie die staatlichen Schuldenorgien dauerhaft zu begrenzen.”

Jakob sieht das ganz ähnlich. “Wer einen hohen Gewinn bzw. Verlust erwartet, läßt sich auch durch eine Börsentransaktionssteuer nicht vom kaufen bzw. verkaufen abbringen. Die Euphoriker und Paniker, welche für extreme Schwankungen der Wertpapierkurse verantwortlich sind, würden durch eine globale Finanztransaktionssteuer nicht aus dem Markt getrieben. Für Arbitrage-Händler, die kleine Kursunterschiede zwischen den Kapitalmarkplätzen ausnutzen, würde das Geschäft dagegen unattraktiver. Als Folge liefen die einzelnen Kapitalmärkte nicht mehr synchron zu einander. Erst wenn sich ein gewisser Kursunterschied angestaut hätte, würden ruckartig Käufe oder Verkäufe ausgelöst. Kann eine Finanztransaktionssteuer nicht global durchgesetzt werden, droht ein teilweiser Verlust des Handelsvolumen an steuerfreie Kapitalmarktplätze.

Capitano Ballack

Capitano Ballack

Bangen um Michael Ballack!!!” So oder so ähnlich titelten unzählige Medien am vergangenen Wochenende. Nun ist die Ungewissheit längst zur Gewissheit geworden. Auch unsere Nutzer wollen des Ausfall unseres Kaptäns nicht wahrhaben. Der von “cranzer” eröffnete Thread findet einfach keine Ruhe. “Das Foul war brutal,ich bin richtig zusammengezuckt vor dem Bildschirm Auch bei Adler war wieder alles in Ordnung mit der Rippe auf einmal ging dann doch nichts,ich habe wirklich Angst war ich doch schon immer ein Ballack Fan.Ich bin von natur aus pessimist,ich hoffe mein Bauchgefühl betrügt mich diesmal.”

Hat es leider nicht. User Imjustsayin zur endgültigen Diagnose: “Mit Ballack fällt definitiv DER Führungsspieler der Mannschaft aus. Ich würde sogar soweit gehen zu sagen, dass Ballack aufgrund seine Erfahrung und seiner Klasse der einzige Unersetzliche der Mannschaft ist. Auf der anderen Seite habe ich die Hoffnung, dass sein Ausfall vielleicht dazu führt, dass die Mannschaft noch enger zusammenrückt und die Verbleibenden noch ein paar Prozent mehr aus sich raushohlen. Ausserdem haben wir mit Spielern wie Lahm, Mertesacker und Schweinsteiger (von dem ich bis vor der letzten Saison nicht wirklich viel hielt) einige junge aber doch schon recht erfahrene Spieler im Team haben, die den Ausfall bei guter Form einigermassen kompensieren können.”

CarolusQuinto” übt Nachsicht mit dem Übeltäter: “Man sollte keine Politikum aus dem Vorfall machen. Es ist und bleibt ein total rotwürdiges Foul von einem wohl nicht sehr charakterstarken jungen Spieler an Ballack. Der Vater von Boateng streute mit seiner total daneben gelegenen Wertung extra noch Salz in die Wunde. Ballack möchte die Sache jetzt juristisch klären lassen – könnte teuer für Boateng werden, falls er Recht bekommt. Sehr fair finde ich trotz allem berechtigtem Ärger über die Familie Boateng, daß Ballack seinen Mannschaftskameraden Jerome ausdrücklich in Schutz nahm. Man mag vielleicht annehmen können, daß ein Teil der Familie wohl eine Rechnung mit Deutschland offen hat, deswegen aber bitte kein Politikum.”

Auch wir können das alles nicht glauben…

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Bilder: flickr.com (Reihenfolge oben/unten: a.froese; Andreas Dirscherl; adifansnet)