2007 war es DAS ‘viral video’ überhaupt: die schmachtende Liebeserklärung des Obama-Girls an ihren Kandidaten. Bis heute wurden der Clip ‘I have a crush on Obama’ und die folgenden Videos rund 85 Mio. Mal geklickt. Zu verdanken ist das zum einen dem parallel verlaufenden medialen Hype Obamas, zum anderen einem eingänigen Song und natürlich der Inszenierung des Models Amber Lee Ettinger.
Die Idee zu dem Clip hatte vor ziemlich genau zwei Jahren Ben Relles, der gerade einmal ein paar Hundert Dollar in das Projekt investierte. Nach ein paar Wochen auf Youtube ging wenig spaeter die Website barelypolitical.com online, diverse Obama-Girl-, McCain-Girl- und andere Comedy-Clips folgten. Dass sich ohne großes Zutun eine Community gebildet hat, fand das Unternehmen Nextnewnetworks interessant und kaufte das Projekt. Die Firma betreibt inzwischen rund ein Dutzend Spartenkanäle im Internet. Neuestes Baby: barelydigital.com mit ‘funny tech videos’. Das Ganze ist ein einträgliches Geschäft geworden: Unternehmen schalten hier zielgruppengenau Werbung in den Communitys, die Nextnewnetworks vorher aufgebaut hat. Brands können auch eigene Clips produzieren und platzieren lassen. Außerdem ist Nextnewnetworks durch ein Partnerprogramm bei youtube und myspace an den Erträgen beteiligt.
Ben Relles Kreativteam konzipiert 3-4 neue Clips jede Woche! Bei der geringen Vorlaufzeit kann quasi tagesaktuell auf politische Ereignisse Bezug genommen werden.
Er glaubt, dass die barelypolitical-Clips viele Leute im Wahlkampf zur kreativen Auseinandersetzung mit den Kandidaten angeregt haben, die im Bereich ‘mash ups’ tatsaechlich massenhaft stattfand.
Es wurde übrigens viel spekuliert, wer hinter dem Obama-Girl steckte – ob es das Obama-Team selbst war – oder doch Hillary Clinton, um ihn lächerlich zu machen. Relles war und ist Obama-Unterstützer, einen Auftrag zu dem Clip habe es jedoch nie gegeben. Immerhin haben sich Barack Obama und Michelle die Videos freundlich erwähnt – und McCain soll sie auch gerne gesehen haben.









