Jhas einsame Entscheidung

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3. September 2009 | 09:10 Uhr

Vizepräsident Paramananda Jha hat auf einer Pressekonferenz eine Entscheidung getroffen, mit der niemand gerechnet hat.

Jha verkündete, dass er weder zurücktreten noch den Eid auf Nepali wiederholen werde. Stattdessen werde er für einige Tage sein Büro verlassen und “abtauchen”. Damit kam er weder dem Drängen von Premierminister Madhav Kumar Nepal und des Supreme Courts noch den Forderungen seiner Kritiker nach, die vehement und nachdrücklich seinen Rücktritt forderten.

Kurz nach der Pressekonferenz kündigten die Maoisten – reflexartig – Proteste an, während die Presse in den zurückliegenden Tagen eine Diskussion über die Vielfalt der Amtssprachen in Nepal angestossen haben. Sollen neben Nepali auch die verschiedenen Dialekte der nepalesischen Distrikte, Hindi und sogar Englisch (nach indischem Vorbild) als Amtssprache erlaubt werden?

Alle Ankündigungen und Diskussionen werden ihren Höhepunkt erreichen, so bald Jha aus seinem selbstgewählten Untergrunddomizil wieder auftaucht. Der Zeitpunkt ist noch nicht bekannt, sicher ist aber: Die linguistischen Possespiele um Vizepräsident Jha gehen weiter.

Lösung im Fall Jha in Sicht?

Äußere deine Meinung, Anregung oder Frage hier von Alf-Tobias Zahn
30. August 2009 | 06:39 Uhr

Nach den Vorfällen am Freitag (“KRWP und YCL auf gefährlichem Konfrontationskurs”) wurde am gestrigen Samstag ein weiterer Sprengsatz in der Nähe des Hauses von Vizepräsident Jha gefunden.

Dieser konnte durch das Bombenkommando der nepalesischen Polizei entschärft werden. Erneut soll die Kirat Republican Workers Party (KRWP) dafür verantwortlich sein. Eine offizielle Bestätigung gibt es allerdings noch nicht. In der Zwischenzeit konnten vier Verdächtige am Freitag vorläufig festgenommen werden. Sie sollen aus dem Umfeld der KRWP stammen.

Gleichzeitig gingen Unterstützer des Vizepräsidenten in Birgunj (Distrikt Janakpurdham) auf die Straßen. Sie protestierten gegen die Entscheidung des Supreme Court, Jha solle innerhalb einer Woche seinen auf Hindi geleisteten Eid auf Nepali, der offiziellen Amtssprache in Nepal, wiederholen. Bei den Protesten zündeten die Männer Reifen an und blockierten die Hauptverkehrsstraßen. Die Polizei musste mit Tränengas einschreiten und nahm vier Demonstranten fest. Die betroffenen Geschäfte, die am Vormittag wegen der Unruhen geschlossen wurden, konnten am Nachmittag wieder öffnen.

Premierminister Madhav Kumar Nepal erneuerte noch einmal seine Bitte, Jha solle seine strikte Ablehnung in diesem Fall noch einmal überdenken. Dieser entgegnete, dass er gerade unter dem Eindruck der Sprengsätze nicht zurückweichen werde. Die gesetzte Frist wird morgen auslaufen. Jha kündigte für heute Nachmittag eine Pressekonferenz an. Auf dieser könnte er mit einem denkbaren Kompromissvorschlag seine Kritiker besänftigen: An Stelle auf Nepali könnte er den Eid in (s)einem lokalen, nepalesischen Dialekt wiederholen. Weshalb Jha den Schwur nur auf Hindi ablegen will, ist weiterhin unklar.

Unabhängig von seiner Entscheidung und weiteren Ausschreitungen bezeichnen viele Nepalis die Situation weiterhin als ruhig. Man sei weit entfernt von einer Eskalation. Auf die Frage, ob sie die Sprengsätze nicht beunruhigen würden, entgegnen sie: “Während dem Kampf der maoistischen Rebellen gegen den König ging mindestens ein Sprengsatz pro Tag in die Luft. Die jetzige Situation ist also noch sehr ruhig.”



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  • Alexander Dill: Da ich die Studie von Dr. Solte bereits 2006 sehen konnte, bevor er sie vergeblich Peer Steinbrück...
  • Donny: Ich frage mich, warum bestimmte privilegierte Amtsträger in Deutschland nicht die moralische Haltung besitzen...
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  • frankenfeld: Das ist echt zum Schlapplachen… Ist doch klar, dass ein Wahlkampf mit Inhalt gefüllt wird, und...

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