Blogosphere strikes back: Blogschau (2/II)

Äußere deine Meinung, Anregung oder Frage hier von Eva
8. Februar 2009 | 15:52 Uhr

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Nachdem das Ausspionieren von Bahn-Mitarbeitern publik geworden ist, hat Mehdorn noch einen drauf gesetzt. Die Rechtsabteilung der Bahn ging gegen die Veröffentlichung eines Memos auf Netzpolitik.org vor und musste nach einer riesigen Welle der bloggenden Solidarisierung klein beigeben.
Doch immer nüchtern bleiben. Nach diesem Motto fasst Ralf den “Netzpolitik”-Effekt zusammen und bremst die Euphorie innerhalb der Blogosphäre. Auch das tazblog sieht es als nicht besonders aufregend an, dass die Bahn die Pressefreiheit wiederentdeckt hat und deshalb von der Abmahnung Abstand genommen hat. Die Hintergründe der wohl tatsächlich recht unsinnigen Abmahnung aus der Rechtsabteilung der Bahn finden sich bei Christian Rath.
Auch jollyj lässt sich allenfalls zu einer pessimistischen Nachbetrachtung der Eriegnisse hinreißen. Was ist denn da bloß los? Winterdepression?
So nicht auf zweipunktnull. Hier glaubt man an den Beginn einer neuen Ära, an die wachsende Wichtigkeit der deutschen Blogosphäre. Es ist der Traum einer medialen Blase, die sich nicht nur alltäglich selbst feiert und bespiegelt sondern Strukturen und Entwicklungen aufdeckt, die den Wissensstand des Lesers bereichern und von Bedeutung sind – andernfalls wäre es ja nicht zu einer juristischen Abmahnung gekommen. Sascha Lobo (t)wittert Aufbruchsstimmung aller Orten. Er ist nicht um große Worte verlegen und sieht eine Morgendämmerung im Reich der Blogs aufziehen.
Amy nimmt den Ruck, der durch die Blogosphäre geht, als Zeichen für die Notwendigkeit eines Interessenverbandes von Bloggern. Doch widerspricht nicht alles Vereinhafte der Grundidee des Bloggens?
Kommunikationsberater Klaus Eck kann über so viel schlechte PR-Arbeit bei der Bahn nur den Kopf schütteln. Beeindruckend ist seine Sammlung der Screenshots von Blog-Reaktionen auf die “Netzpolitik”-Affäre.

Unbeeindruckt von dem Rummel macht der Spiegelfechter das einzig richtige: Ohne ein weiteres Wort über das Selbstverständnis der Blogosphäre zu verlieren, macht er einfach erst mal weiter. Herausgekommen ist unter anderem ein spannender Artikel zum Hintergrund des Mordes an einem Tschetschenen in Wien und Gedanken über die “aufgesexten” Meldungen bezüglich päpstlicher Holocaust-Leugnungen. Luise fühlt sich auf Duckhome verwirrt in Anbetracht der vielen “Extreme”: rechtsextrem, linksextrem, katholisch, antisemitisch. “Mit wem soll man marschieren?” fragt sich angesichts dieser ideologischen Vielfalt Roberto de Lapuente.
Die Nachdenkseiten befassen sich mit einem ihrer Lieblingsgegner SPON. Diesmal ist Korrespondent Gabor Steingart an der Reihe.

Und ein neuer “Überwachungsskandal” bei Lieblingsfiesling Lidl als Aufreger für die Blogosphäre. Doch warum sollten Kunden es eigentlich nicht melden dürfen, wenn für sie bestimmte Prospekte ihren Haushalt nicht erreichen?
Auf “Elemtarteile” verurteil man Leute, die bei “so etwas” mitmachen. Und dafür bekommt man auch noch einen 6 Euro-Gutschein, also bezahlte Spionage! Ach Lidl, du Superagent statt Supermarkt. Vom Hölzchen aufs Stöckchen kommt auch Fefe: schließlich hat Lidl auch gerade Überwachungskameras im Angebot! Da werden Zusammenhänge hergestellt auf die man sonst nicht gekommen wäre, fürwahr.

Lesenswert sind des Oeffinger Freidenkers Gedanken zur Entwicklung der LINKEN.
Was uns Populärmusik über gesellschaftliche Entwicklungen und politische Einstellungen erzählt, meint das Antibürokratieteam am Beispiel des Rappers Eko Fresh zu erkennen: Sobald ein Migrantenkind in Deutschland nicht mehr erfolgreich ist, verfällt es Hasstiraden und dem polemischen Geschnatter Erdogans. Schon klar.

Rücktrittsvorschlag abgelehnt und zur Karriere gezwungen: Michael Glos will nicht mehr und hat laut Merkel aber zu wollen. Gar nicht gut findet das f!xmbr: Merkel gefährde damit die Zukunft Deutschlands.
Offenbar hat Glos zunächst den Bundeskanzler CSU-Ministerpräsidenten Horst Seehofer angeschrieben. Klar reicht man den Rücktritt nicht bei einer protestantischen Frau ein! Für Zettel ist diese Vorgehensweise ein Beleg für die unverhältismäßig große Macht der Parteien in Deutschland.

Bild: flickr.com (miala)

Das Politische ist privat

Ein Kommentar » von Judith Sengespeik politik.de
26. November 2007 | 16:40 Uhr

Wie öffentlich darf eine Person des politischen Lebens sein? Mit dieser  Frage beschäftigten sich der Rechtsanwalt Dr. Christian Schertz und der Chefredakteur der Gala Peter Lewandowski in der Diskussion „Seehofer & Co.: Politik zwischen Personalisierung und Privatsphäre“.

an hatte sich eine kontroversere Debatte vorgestellt, doch selbst der Medienvertreter Lewandowski vertrat eine eher moderate Meinung: Das „Privatleben sollte als erstes geschützt werden“, war seine Aussage zu Beginn der Veranstaltung. Nach Aussage Lewandowskis respektiere die Presse die Privatshäre der Politiker im allgemeinen, doch herrsche in der Bevölkerung allgemein die Meinung vor, dass die Öffentlichkeit ein gewisses Recht auf das Privatleben der Volksvertreter hätte.

uch sei in den Köpfen das Bild des „bösen Journalisten“ vorhanden, der aus wirtschaftlichen Gründen die Privatsphäre der Politiker vermarktet- immerhin könne man so die Auflagen steigern. Doch profitieren nicht auch die Politiker von der Verbindung mit den Medien? Laut Lewandowski benutzen die Politiker die Medien teilweise und nehmen die Gelegenheiten wahr, sich in der und durch die Presse zu positionieren. „In der Regel sollten Politiker  Politik vermarkten, und nicht ihr Privatleben“. Aber was haben wir als Bürger vom öffentlichen Privatleben der Politiker? Im Grunde bringt sie es uns ein Stückchen näher, und es macht sie menschlicher, teilweise auch beliebter. Doch kann das auch ins Gegenteil umschlagen.

nd welche Rechte haben die Politiker, wenn in ihre Privatsphäre ohne Zustimmung eingedrungen wurde? Klagen. Und einen Rechtsanwalt konsultieren. Aber um den Ärger ganz zu vermeiden, rät der Anwalt Dr. Schertz: „Die Tür zulassen“ und das Private privat belassen.

Seehofer hat Angst vor Second Life

Äußere deine Meinung, Anregung oder Frage hier von Christian Hochhuth politik.de
15. März 2007 | 20:43 Uhr

DIE WELT meldet in ihrer heutigen Online-Ausgabe:

“Die Online-Welt Second Life birgt nach Ansicht von Bundes-Verbraucherminister Horst Seehofer (CSU) zahlreiche Risiken. Bisher sei unklar, welchem Recht ein Kaufvertrag unterliege, ob die Computerfiguren Rechtsansprüche hätten und ob sie Kredite aufnehmen könnten.

‘Bislang ist das Second Life ein rechtsfreier Raum für Verbraucher’, sagte Seehofer auf einem Kongress zum Welt-Verbraucherschutztag in Berlin.”

Kein Wunder, wo doch gestern auch schon der Bundestag seine Abgeordneten auf die neuen Risiken im “zweiten Leben” hingewiesen hat. Wie soll man sich denn jetzt auch noch um das “Second Life” kümmern, wenn schon im “First Life” vieles so kompliziert und aussichtslos in der Politik ist. Wer weiß, wie viele Politiker schon in ihr zweites Leben geflüchtet sind … !?



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