Feuernde Griechen, ein feuernder Finanzminister und was Freud sagen würde. Blogschau (12/III)

Äußere deine Meinung, Anregung oder Frage hier von Eva
14. Dezember 2008 | 23:40 Uhr

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In der deutschen Blogosphäre dreht es sich in diesen Tagen eindeutig um die Probleme im eigenen Land: Wie soll Deutschland auf die Finanzkrise reagieren? Da scheinen ein paar Explosionen und Straßenkämpfe in Griechenland nicht wirklich wahrgenommen zu werden.

Tatsächlich findet sich in deutschen Blogs auffällig wenig zu den Krawallen in der Wiege der Demokratie. Gibt es da einfach nichts zu sagen?

Ein kaum zu ertragendes Pathos verbreitet das Blog “Alexis Grigoropoulos” durch tränenreiche Berichte und Bekenntnisse der Genossen. Dort findet sich leider wenig Faktenwissen, dafür aber Aussagen dieser Art:

Der Punkt ist: Wir haben Feuer in die Straßen gebracht, lasst uns jetzt Feuer in unsere Köpfe bringen.

Es ist also überaus schwer, das Blog als seriöse Quelle zu betrachten, wie es auf Duckhome geschieht.

Der Lindwurm nimmt die Ereignisse in Griechenland zum Anlass, um mal wieder richtig schön über die “hirnbefreite Bagage” der Autonomen herzuziehen. Polemik gegen Polemik, so scheint’s. Auch kein gesteigerter Erkenntnisgewinn.

Auf Spreeblick wird auf das Blog eines deutschen Erasmusstudenten in Athen hingewiesen. Ebenfalls keine Darstellung von Hintergründen, aber dafür eine erschreckend realitätsnahe Dokumentation der Ereignisse.

Das Parteibuch wittert schon wieder eine Verschwörung. Die konservative griechische Regierung sei vor den Ereignissen kurz vorm Scheitern und ihre Abwahl sicher gewesen. Und jetzt sei “jedoch nichts mehr sicher. Für Costas Karamanlis könnten sie (die Krawalle) bedeuten, dass er sich an der Macht halten kann. Zufall oder Kalkül?”
Ohne Beweislast wird sich gefragt, “ob der Tod von Alexis ein Auftragsmord von Costas Karamanlis zum Zwecke des Hervorrufens der Kravalle war, die ihm nun möglicherweise seinen Posten als Regierungschef sichern.”

Da das Tränengas in Griechenland langsam knapp wird, soll Nachschub aus Deutschland geschickt werden. Fefe findet das großartig.

Tolle Kombination. Wir wissen halt, wie man Demonstrationen niederschlägt. Wieso schicken wir nicht auch gleich die Bundeswehr? Oder ein paar Prügelkompanien der Polizei? Und die Israelis könnten ein paar Bulldozer ausleihen und Wohnhäuser plattmachen. Ich bin mir sicher, das würde der verweichlichten Jugend in Griechenland zeigen, aus welcher Richtung hier der Wind weht!1!!

Nun aber zu dem Thema, das die Deutschen eigentlich interessiert.
Jens Berger kritisiert die große Koalition unter Merkel für ihre Politik der ruhigen Hand. Nur Ahnungslosigkeit und Überheblichkeit könnten “Kohls Mädchen” dazu bringen, sich gegen die Wirtschaft stimulierende Ausgaben zu sperren.
Nicht nur beim Spiegelfechter, auch im Ausland stößt das Verhalten der Bundesrepublik langsam auf Unverständnis.
Offen kritisierte Finanzminister Peer Steinbrück die massive Steuersenkung und Verschuldung Großbritanniens. Der Wirtschafts-Nobelpreisträger Paul Krugman meldete sich daraufhin zu Wort und warf dem Minister und der Bundesregierung „Dummheit“ vor.
Auch Wolfgang Lieb meint auf den NachDenkSeiten: Steinbrücks Mundwerk ist häufig schneller als sein Hirn.

Auf Mein Parteibuch und bei Feynsinn wird sich Peer Steinbrück gleichfalls vorgeknöpft.

Krugmans eigene Theorien führen hingegen nur in eine Verschuldung in Billionenhöhe, meint Fefe – auch wenn er Krugmans Regierungs-Bashing natürlich prinzipiell unterstützt. Die Verschuldung erscheint flatter immer noch erstrebenswerter als die aktuelle Vogel-Strauß-Politik.

Weissgarnix rollt die ganze Misere von der Freud’schen Sichtweise her auf – als anal-erotische Finanzkrise.

Bild: flickr.com (fffriendly)

Was Kopfhörer und Social Networking gemeinsam haben

Äußere deine Meinung, Anregung oder Frage hier von Poli Pfeffer
17. Mai 2008 | 18:57 Uhr

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Die Kanzlerin macht eine Reise durch Lateinamerika. Und was kommt dabei rum? Ein schimpfender Chavez, an dem sich sogleich entblödete Diskussionen entzünden, ob seine Hitleranalogie nicht doch “historisch korrekt” sei. Von Merkels Reise gäbe es bestimmt Interessanteres zu berichten, aber was halten Journalisten, die sie begleiten, schon für interessant? Genau, Angies Kopfhörer-Style. Warum probiert sie eigentlich nicht Kopfhörer mit Ohrstöpseln, dann wären ihre Frisur und wir vor so manch langweiligem Artikel gerettet.

Da schüttelt so manch gramgebeugter Blogger den Kopf und zieht sich erstmal desillusioniert in sein Schneckenhaus zurück – nicht ohne vorher allen mutigen Mitstreiterlein zu danken, die den Weg tapfer alleine weitergeht.
Andere surfen vielleicht lieber eine Runde mehr in den social networks und testen Möglichkeiten, die Unmengen an Passwörtern der verschiedenen Anbieter in einem Netzwerk zusammenzubringen. Selbst Bicyclemark, sonst stets nur an Umwelt- und Politikthemen interessiert, steuert ein Video zur korrekten Facebook-Verwendung bei. Schockierend!
Ich möchte ja gar nicht so genau wissen, was meine Freunde die ganze Zeit machen. Habe dennoch meine Profile, klar. Aber wenn social networking in Zukunft auch noch mit dem Handy und integriertem GPS-System verbunden wird, kann man sich wohl nicht mehr verstecken. Nee, da werd ich dann nicht mehr mitmachen, sondern die virtuellen Kopfhörer aufsetzen. Umgedreht, wie Angela.

Bild: flickr.com (HamburgerJung)

"Deutschland boober alles"…

Äußere deine Meinung, Anregung oder Frage hier von Poli Pfeffer
15. April 2008 | 14:46 Uhr

…meint ein Kommentator auf gawker.com zum furoremachenden Opern-Ausschnitt unserer Kanzlerin.
Dass nicht nur das Ausland auf die bestimmt irgendwie feministisch gemeinte Aussage anspringt, zeigt sich auch beim Bilderrätsel des pantoffelpunks.

24.12. Bürgerwünsche im Video-Adventskalender

Äußere deine Meinung, Anregung oder Frage hier von Redaktion politik.de
24. Dezember 2007 | 00:02 Uhr

Hinter 23 “Türchen” im Adventskalender von politik.de haben sich seit dem 1. Dezember Videobotschaften von Politikern versteckt. Heute am 24.12. haben wir den Spieß umgedreht und in der Bevölkerung nach den Wünschen der Bürger an die Politik gefragt.

Unsere Fragen an die Bürgerinnen und Bürger:

  • Was wünschen sich die Bürger von den Politikern?
  • Welcher Kandidat wird Bundeskanzler 2009?

Weiter zum Adventskalender von politik.de und weiteren 60 Sekunden-Videos.

Das Team von politik.de wünscht Ihnen frohe Weihnachten und alles Gute für ein gutes und gesundes neues Jahr!

Blick in die Blogosphäre

Äußere deine Meinung, Anregung oder Frage hier von Dina Hoenge politik.de
5. Dezember 2007 | 15:10 Uhr

Parteivorsitzende Merkel

Auf dem letzten CDU-Parteitag in Hannover propagierte die Parteivorsitzende und Bundeskanzlerin Merkel eine Strategie der Mitte. Die vorab angekündigte deutliche Abgrenzung zum Koalitionspartner SPD verlief dann aber doch eher moderat. Die ausführliche Berichterstattung vom Parteitag ließ die Diskussionen in diversen Politikblogs erneut heißlaufen.

In einigen Blogs wurde bereits im Voraus gemunkelt, was vom Parteitag zu erwarten sein würde. Zu den dort geäußerten Befürchtungen gehörten die Sorge um eine Verurteilung der Juso-Bundesvorsitzenden sowie zukünftige Pläne der CDU für eine Koalition mit der FDP.
Der Parteieigene Blog der CDU sagt über den Parteitag: „Der Marsch in die Mitte hat begonnen – konservative und libertäre Federn werden gerupft.“ Die Reaktion einiger User darauf lässt allerdings eine ziemliche Verstimmung vermuten. „Ich wusste bis dato nicht, dass man konservativ mittig sein kann. Offensichtlich ist die Mitte das neue Rechts.“, oder die Bemerkung, dass die Veränderung der CDU durch ihren Farbwechsel von schwarz zu orange auch optisch zu erkennen sei, gehören zu den Kommentaren auf diesen Blogbeitrag.

Nach dem Parteitag bemängelten einige User, dass in Merkels Rede Stimmung, Spannung und die Festlegung von Schwerpunkten gefehlt hätten. „Nicht Fisch und nicht Fleisch, eben sehr mittig und oberflächlich.“ Ebenfalls beanstandet wurde die Partei in ihrer relativ blassen Kritiklosigkeit der Kanzlerin und der Regierung gegenüber.

Die Tatsache, dass die Debatte über die Stammzellenforschung nach dem offiziellen Ende um 20.00 Uhr stattfand, sorgte ebenfalls für Verwunderung unter den Usern. Außerdem gab es wiederholt Stimmen, die sich gegen die Entwicklung Deutschlands zum Überwachungsstaat, vorangetrieben durch die CDU, aussprachen. „Politiker sollten gläsern für das Volk sein, nicht umgekehrt!“ lautete eines der aufgebrachten Kommentare.

Bildquelle: flickr.com (cgommel)



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