Feindbild WC

Ein Kommentar » von Poli Pfeffer
25. Januar 2008 | 15:11 Uhr

clement.jpgIm lustigen Reigen der wechselnden kollektiven Polit-Buhmänner in Kleinbloggersdorf stand letztens der ehemalige NRW-Ministerpräsident und Ex-Bundesminister für Wirtschaft und Arbeit Wolfgang Clement unter Beschuss. Er fällt seiner alten Parteikollegin Ypsilanti in den Rücken und bezeichnet sie als nicht wählbar. Eventuell wird er damit bei Vielen das Gegenteil erreichen: „Wenn HartzIV- und Energieriesenvertreter Clement sagt, Ypsilanti sei wegen ihrer Vorstellungen zur Energiepolitik nicht wählbar, dann ist sowas aus dem Munde eines Monopolisteninteressenvertreters und Atomkraftbefürworters für mich ja schon eine regelrechte Wahlempfehlung.“

Clement, das Fähnlein im Winde: „Für seinen Brötchengeber opfert der Typ sogar seine politische Gesinnung. Das nenn ich mal Loyalität, könnten wir uns alle ein Scheibchen von abschneiden.“

Man denkt immer auch ein bisschen an Altkanzler Schröder, ein Kommentator sieht das „generell als Generationenproblem, Schröder, Clement und andere sind eine ganz “eigene” Art von Sozialdemokraten, die sich hoffentlich schnell herauswachsen.“

Feindbild WC: „Das Clement mein Urteil über seine Person bestätigt, befriedigt mich nicht, aber es macht mich glücklich das selbst dpa feststellt, das er von Unternehmen bezahlt wird. Dieser Hinweis ist nach meinem Sprachempfinden, so etwas ähnliches wie die adelige Form eines “gekauften Arschlochs”. Selbstverständlich wird mich mein Sprachempfinden täuschen.“

Aber auch positive Stimmen lassen sich vernehmen, denn „selbst SPD-Umweltminister Gabriel hält den gleichzeitigen Ausstieg aus Kernkraft und Kohle, den Scheer für Hessen propagiert, für völlig unrealistisch. Auch wenn es der SPD nicht passt und die Mehrheit der Deutschen unvernünftigerweise Clements Aussagen für falsch hält: Clement hat recht!“
Für die meisten aber steht im Vordergrund, dass Clement ein Kameradenschwein ist: „Clement hat zwar recht, aber auch der Kandidatin seiner Partei geschadet. Kernpunkt der Kritik an Clement ist das, und nicht die Frage ob die Energiepolitik der SPD richtig ist.“

Bild: flickr.com (thomaswanhoff)

Wie hast Du´s mit der Kirche?

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24. Dezember 2007 | 16:42 Uhr

tony.jpg

Was machen Blogger an Weihachten? Steht in Kleinbloggersdorf eigentlich eine Kirche?

In den letzten Tage schaute man bezüglich religiöser Themen eher rüber auf die Insel. Tony Blairs Konversion zur römisch-katholischen Kirche hat für seltsam viel Wirbel gesorgt, und auch einigen Bloggern ist das Thema wichtig. Deutet man sein Handeln als politischen Schachzug, könnte eine zweite von ihm angestrebte Karriere der Grund sein, und zwar in der EU. „Dort geht aber, jedenfalls nach der Osterweiterung, nichts mehr gegen die römisch-katholische Kirche.“ Also tritt Blair nur über, weil er einst in Abtreibungsfragen die katholische Kirche gegen sich aufgebracht hat, nun aber ihre Unterstützung braucht? Nunja, man genehmige sich einen Glühwein und gestehe dem Mann zu, eventuell private Gründe für einen solchen Schritt zu haben.

Memo an mich selbst: Später darüber nachdenken, jetzt aber erst mal die unangenehme Aufgabe des Einpackens der letzten Päckchen bewältigen.

In diesem Sinne fröhliche Weihnachten und ein schönes Fest wünscht Euch

Poli Pfeffer

Bild: flickr.com

Poli Pfeffer stellt sich vor

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24. Dezember 2007 | 16:02 Uhr

poli.jpg

Ich bin Poli Pfeffer, 25 Jahre alt und letztens in meine alte Heimat Kleinbloggersdorf zurückgekehrt. Relativ verlassen hier, dachte ich, lief nichtsahnend durch unser beschauliches Dorf und kam schließlich am Marktplatz vorbei. Abgetan als einstmalig belebtes Zentrum des Ortes, das heutzutage ja eher verwaister Drogenumschlagplatz ist, staunte ich nicht schlecht, als ich der Leute gewahr wurde, die dort in Grüppchen beisammen standen und politisierten. Einige Verkleidungen und Schäubles Kopf, der ab und zu an den Häuserecken auftauchte, erschlossen sich mir nicht auf Anhieb. Aber dennoch: Schon fast wie im alten Athen, Hannah Arendt hätte ihre helle Freude gehabt. Da es sich bei unserem Dorf glücklicherweise nicht um einen antiken Stadtstaat handelt, war ich als Frau berechtigt dazu zu stoßen und hörte mir das Ganze mal an.

Es gibt ja hier in Kleinbloggersdorf viel zu lesen, jede Bloghütte gewährt einem Zutritt zu den intimsten Gedanken der bloggenden Menschen. Musikgeschmack, Kochrezepte, News vom Ableben des Schoßhundes, der letzte Einkauf im Supermarkt um die Ecke – das Alles wird ganz offen und gar nicht mehr hinter verschlossenen Gardinen verwurstet abgehandelt.

Was ich auf unserem Marktplatz mitbekam, erstaunte mich schon sehr. Dass die Leute sich nicht mehr für Hintergründe interessieren, der Bürger sich alles aus der Hand nehmen lässt, die Menschen nicht mehr miteinander reden – stimmt schon. Aber in den Wirren des WWW stieß ich vielerorts auf differenzierte Diskussionen, die Formierung einer Gegenöffentlichkeit, Kampagnen, Aktionen – und auch auf viel Quatsch, ist klar. War dennoch positiv überrascht.

Dem Ganzen gilt es nachzuspüren, denke ich. Wer mit wem gegen wen? Mit welchen Themenschwerpunkten beschäftigen sich die meisten politischen Blogs vorrangig? Außerdem möchte ich einige Blogger mal persönlich kennen lernen. Wie muss man so drauf sein, wenn man einen großen Teil seiner Zeit damit verbringt, aktuelle Nachrichten und Hintergründe im Netz zu sammeln um sie dann aktiv zu kommentieren und zu diskutieren?

Memo an mich selbst: Öfter mal vorbeischauen und erzählen, was hier so vor sich geht. In Kleinbloggersdorf, dem größenwahnsinnigsten Ort der Welt. Und vor allen Dingen auf dem Marktplatz. Wir sehen uns!

Bis bald,

Poli Pfeffer

P.S. HIER findet ihr meine Blogbeiträge!



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