Bis zum nächsten Mal …

Ein Kommentar » von Alf-Tobias Zahn
7. Oktober 2009 | 17:00 Uhr

Die letzten Wochen in meinem Projekt verging wie im Fluge.

Wir – meine Kollegen von FAITH und ich – schafften es, alle noch ausstehenden Projekte fertig zu stellen. Darunter die Bewerbung für jeweils ein Projekt der Deutschen Botschaft in Kathmandu und der UNDP (United Nations Development Project). Auf den letzten Drücker konnte wir auch noch unsere neue Homepage fertig stellen, die der NGO ein noch professionellere Außenwirkung geben soll. Darüber hinaus kommunizieren wir jetzt mit Interessierten und Unterstützern auch über unseren Twitter-Acount.

Die Zukunft für FAITH sieht gut aus, auch unabhängig von den noch ausstehenden Ergebnissen der Ausschreibungen. Für die GTZ wird die Organisation in den nächsten Monaten ein weiteres Projekt realisieren und für das nepalesische Rote Kreuz eine Dokumentation drehen.

Viele politische Ereignisse, gesellschaftliche Entwicklungen und persönliche Geschichten blieben (und bleiben vorerst noch) unerzählt. Ich hoffe trotzdem, dass ich Euch, den Lesern des Blogs, einen ersten Einblick in das alltägliche Leben in Nepal und einen Überblick über die Herausforderungen eines Land des Südens geben konnte. Die Zukunft Nepals wird jeden Tag neu gestaltet und es bleibt abzuwarten, welche Entwicklungen sich in den nächsten Monaten und Jahren abzeichnen und bestätigen werden.

Nepal könnte erneut an einem politischen Scheideweg stehen und vor einer Entscheidung für den Friedensprozess oder für eine erneute gewaltsame Auseinandersetzung. Die internationalen Beobachter sind sich uneins, welcher Weg tatsächlich eingeschlagen werden könnte. Vieles ist möglich, alles ist denkbar.

Alf-Tobias Zahn verabschiedet sich vorerst vom “Jindagi in Nepal” auf blog.politik.de. Tägliche Artikel und Kommentare findet ihr wie immer auf www.politik.de. Weitere Geschichten und Neuigkeiten von Alf-Tobias Zahn, unter anderem auch aus Nepal, gibt es bald hier.

Schlagzeilen der Woche

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6. September 2009 | 08:57 Uhr

Seit Donnerstag wird in ganz Nepal das Indra Jatra Festival gefeiert, an dem sich die lebende Königin Kumari, den Menschen zeigt. Höhepunkt war die Eröffnungsveranstaltung am Durbar Square in Basantapur, Kathmandu. Was noch alles in den zurückliegenden Tagen passiert ist: jetzt in den Schlagzeilen der Woche.

“Schwarze” Proteste während Indra Jatra

Tausende Nepalis und hunderte Touristen säumten am Donnerstag den Durbar Square in Kathmandu, um die lebende Göttin Kumari zu erleben. Gegen 15.30 Uhr fuhren dann die Limousinen von Premierminister Madhav Kumar Nepal und Präsident Ram Baran Yadav vor. Die beiden Regierungspolitiker wurden von zahlreichen Demonstranten mit schwarzen Fahnen und kritischen Slogans empfangen.

Die Proteste wurden von den UCPN-Maoist organisiert, die sich nicht nur gegen die Regierung richtete, sondern auch gegen den indischen Regierungsgast Rakesh Sood. Nachdem die Deomonstranten die anderen Gäste aufforderten, sich aktiv zu beteiligen, brach für einen kurzen Moment Panik aus, die von den bereitstehenden Polizisten unterbunden wurde. Dabei wurden drei Polizisten verletzt, einer davon in einer Auseinandersetzung mit dem “Schwarzen Block” schwer.

Jha wiederholt Eid auf Maithili’

Nach Wochen der Ungewissheit und politischer Machtspielchen hat sich Vizpräsident Paramananda Jha dazu bereit erklärt, den zwischenzeitlich annulierten Eid zur Amtseinführung in einem lokalen nepalesischen Dialekt zu wiederholen. Am heutigen Sonntag soll dem Supreme Court, der Jha mit einer gerichtlichen Auflage zur Wiederholung der Vereidung gedrängt hatte, ein Schreiben des Vizepräsident überstellt werden.

Darin soll er seine Sicht der vergangenen Wochen dargelegt haben und sich zu einer erneuten Vereidung bekennen, die er auf Maithili’ leisten wird. Als Reaktion auf seine wochenlange Weigerung zog das Militär vor wenigen Tagen die Schutzbeamten vor Jhas Residenz ab. Letzte Woche detonierten zwei Sprengsätze in der Nähe seines Hauses. Grund für den Abzug sei Jhas “Respektlosigkeit” gegenüber dem nepalesischen Staat. Die Beamten wurden durch Polizeikräfte ersetzt.

Überfall auf indische Priester am Pashupatinath

Eigentlich stehen die hinduistischen Priester des Pashupatinath-Tempel für Besinnung, Gebete und Frieden. Doch die Einführung zweier indischer Geistlicher führte zu einem gewaltsamen Übergriff. Girish Bhatta und Raghavendra Bhatta wurden in dieser Woche zu Priestern des Tempels geweiht. Bereits im Vorfeld hatte es auf Grund der Ernennung zu zahlreichen Diskussionen zwischen dem Regierungsbündnis und der maoistischen Opposition gegeben. Zwei indische Priester eines nepalesischen Tempels?

Für Premierminister Nepal schloßen sich dieser Zusammenhang nicht aus. Die beiden Priesterstellen, die seit Monaten vakant waren, mussten aus traditionellen Gründen noch vor den großen Feierlichkeiten um Dashain besetzt werden. Girish und Raghavendra durften die beiden Plätze einnehmen, die sie seit vergangenen Mittwoch auch offiziell in Anspruch nahmen. Die angekündigten Proteste und Aktionen der Maoisten gegen die Ernennung ließen nur einen Tag auf sich warten und endeten in einem exzessiven Gewaltakt.

Die Angreifer, bestehend aus Mitgliedern der Unified CPN-Maoist und der Priest Appointment Joint Struggle Committee (PAJSC), drangen am Donnerstag in den heiligen Aufenthaltsraum der beiden indischen Priester ein und traktierten beide mit Eisenstangen. Sie wurden aus dem Raum geschleift und zu einem 100 Meter entfernten Tempel geschleppt. Dort wurden sie zusammengeschlagen.

Die verantwortlichen Behörden des Tempels konnten zunächst nicht gegen die Angreifer einschreiten. Erst als ein Polizeiaufgebot eintraf, konnten die Angreifer überwältigt werden. 12 Personen wurden festgenommen, fünf davon trugen Verletzungen von sich. Trotz der Inhaftierung kündigte der Präsident der PAJSC, Rishi Prasad Sharma, weitere gewaltsame Aktionen gegen die beiden Bhattas an.

Nepalesische Priester wurden abgesetzt

Hintergrund der Auseinandersetzung ist die Nationalität der beiden Priester und die Absetzung zweier nepalesischer Kandidaten Anfang des Jahres. Die ersten nepalesischen Priester, Bishnu Dahal und Shaligram Dhakal, wurden Ende Dezember 2008 von der damals regierenden Maoistischen Allianz eingesetzt. Nach dem Regiernungswechsel hatte diese Einsetzung keinen Bestand mehr. Maoisten und PAJSC kämpfen für mehr nepalesische Priester in den heiligen Stätten in Kathmandu. Dass die angewendete Gewalt der hinduistischen Religion und dem Dasein als Priester konträr gegenübersteht, scheint beide Parteien nicht von ihren Vorhaben abzuhalten.

In der Zwischenzeit hat sich auch die indische Regierung zu Wort gemeldet und die nepalesischen Behörden in die Pflicht genommen. “The Nepali authorities have assured us that they are taking additional steps to ensure the safety and security of Indian priests in Nepal”, sagte der indische Außenminister SM Krishna.

100 Tage Regierung: Ein erstes Fazit der Himalayan Times

Journalist Bishnu Prasad Aryal bezeichnet in seinem Artikel die ersten 100 Tage der Regierung als “Honeymoon”. Fünf der wichtigsten Ziele der Regierung wurden noch nicht umgesetzt. Dazu zählt eine Neuausrichtung der verschiedenen regionalen Gemeinden und das Inkrafttreten neu gewählter Gemeindevorstände. “Über 1.100 Sitze sind weiterhin vakant”, so Bhim Prasad Dhungana von der Village Development Committee Federation (VDCF). Ein weiterer Grund für die Maoisten, sich gegen die Regierung zu stellen und zusammen mit der VDCF eine Schattenregierung zu gründen.

Außerdem scheint vor allem das Ministry of Local Development (MoLD) mit den verschiedenen Aufgaben überfordert zu sein. Weder die Aufteilung der Gemeinden noch das Problem der Müllbeseitigung (mehr dazu am Dienstag auf Jindagi in Nepal) wurde bisland in Angriff genommen. Außerdem sollten die Schäden an der Infrastruktur, die durch die maoistischen Rebellen verursacht wurden, behoben werden. Es bleibt noch viel zu tun für die Regierungskoalition um Premierminister Nepal. Doch die Hoffnung, dass die nächsten 100 Tage sich deutlich von den ersten unterscheiden, scheint gering zu sein.

Kinderheirat in Nepal weiterhin vorhanden

Laut einer neuen Studie der nepalesischen NGO Child Workers in Nepal Concerned Centre (CWIN) werden 34 Prozent aller Ehen in Nepal mit Frauen unter 16 Jahren abgeschlossen. Sumnima Manandhar von CWIN bestätigte zudem, dass 7 Prozent dieser Ehen mit Mädchen im Alter unter 10 Jahren vollzogen werden. Darüber hinaus hat sich die Situation für Frauen in Nepal in den zurückliegenden Jahren nicht gebessert: “12.000 nepalesische Frauen und Mädchen werden jedes Jahr ins Ausland verkauft, davon sind knapp 20 Prozent deutlich unter 16 Jahre alt.” Die CWIN erarbeitet momentan ein Konzept, welches sie Sarbadev Prasad Ojha, Ministerin für Frauen, Kinder und Soziale Fürsorge, in Kürze vorlegen will.

Prachanda übt weiter Druck auf die Regierung aus

Der Oppositionsführer und Vorsitzende der UCPN-Maoist, Pushpa Kamal Dahal ‘Prachanda’, warnte am gestrigen Samstag die Regierung vor einer weiteren Zuspitzung des Konfliktes mit den oppositionellen Maoisten. Sollte die Koalition weiterhin die Ergebnisse der zurückliegenden Wahl missachten, führe dies unweigerlich zu einer “Rebellion”: “If the nation goes into conflict, then 1 million people will be killed, which is far more than those 10.000 people who sacrificed their lives during the people’s war.”

Prachanda sieht die Schuld seines “hurt motherland” im Büro des Premierministers und erneuerte gleichzeitig das Angebot, sich “die Hände zu reichen”. Dabei übersieht er gänzlich, dass die UCPN-Maoist aus freien Stücken aus der Regierung ausgetreten ist. Grund war die nicht erfolgte Absetzung des Militärchefs Rookmangud Karawal, der aber mittlerweile in den Ruhestand versetzt wurde. Seine Drohungen und Ankündigungen der zurückliegende Wochen verfolgen den Zweck, seine Anhänger zu mobilisieren.

Betrachtet man die massiven Proteste und die gewaltsamen Übergriffe der Maoisten, gibt es momentan keinen plausiblen Grund, den maoistischen Parteien wieder Vertrauen entgegenzubringen und Regierungsverantwortung übertragen zu können.

KRWP und YCL auf gefährlichem Konfrontationskurs

Ein Kommentar » von Alf-Tobias Zahn
29. August 2009 | 18:15 Uhr

Ein Eid auf Hindi sorgt für politische Konflikte und gewaltsame Übergriffe: Ein detonierter Sprengsatz und angedrohte Selbstmordanschläge offenbaren eine niedrige Hemmschwelle und eine zunehmende Radikalität innerhalb der politischen Klasse und der nepalesischen Gesellschaft.

Bereits unmittelbar nach seiner Vereidigung am 28. Juli musste sich Vizepräsident Paramananda Jha gegen Vorwürfe zur Wehr setzen, dass der von im auf Hindi geleistete Eid nicht gültig sei und wurde daraufhin mehrmals vom nepalesischen Supreme Court angewiesen, den Schwur zu wiederholen – und diesmal auf Nepali. Jha wiederum verwies auf sein Recht, eben jenen Schwur auch auf Hindi leisten zu dürfen.

Jha unter Druck

Dank der politischen Vertretung der Maoisten, die sich momentan in der Opposition befinden und keine Gelegenheit auslassen, auf die Regierungskoalition Druck auszuüben, wurde das Thema immer wieder am köcheln gehalten. Ihre Forderung war klar und unmissverständlich: Der Eid muss wiederholt werden, sonst drohen Streik und weitere Auseinandersetzungen.

Seit gestern Abend hat sich die Lage deutlich verschärft: 50 Meter von Jhas Haus entfernt detonierte um 19.30 Uhr ein Sprengsatz. Jha und seine Familie wurden nicht verletzt, lediglich ein Passant erlitt leichte Verletzungen. Ein Bekennerschreiben der Kirat Republican Workers Party (KRWP) wurde gefunden, die die Verantwortung für die Tat übernehmen. Die Gruppierung erregte bereits am Donnerstag landesweites Aufsehen, als fünf vermummte Mitglieder der Gruppierung auf einer Pressekonferenz mit Waffen erschienen und Drohungen gegen Innenminister Bhim Rawal aussprachen.

Was will die Kirat Republican Workers Party?

Rawal hatte unlängst in einem offiziellen Statement verkündet, weiter gegen bewaffnete Gruppierungen in Nepal vorzugehen und am Friedensprozess festzuhalten. Das Innenministerium veröffentlichte eine Liste mit 119 Gruppen, die in der nahen Zukunft entwaffnet werden sollen. Darunter: Die KRWP.

Welche Ziele die KRWP – die Anhänger einer leninistisch-maoistisch-kommunistischen Grundhaltung sind – verfolgt ist bislang nicht ersichtlich. Nach eigenen Aussagen kämpfen sie für die Einführung eines eigenen Bundesstaates innerhalb Nepals – und wollen sich gegen eine Verfolgung durch die Regierung zur Wehr setzen. Sie drohen offen mit Selbstmordattentaten, falls die Regierung die KRWP nicht von der Liste streicht. Sie sind mit schweren Waffnen ausgestattet und wurden angeblich von den Tamil Tigers aus Sri Lanka ausgebildet. Der gestrige Anschlag unterstreicht ihr offensichtlich vorhandenes Gewaltpotential.

Jugendorganisation der Maoisten verprügelt Lehrer

Die Nachrichten über politisch motivierte Gewalttaten dominieren die nationalen Schlagzeilen. Am Donnerstag griffen 30 Männer der Young Communist League (YCL), der Jugendorganisation der Maoisten der Unified CPN-Maoist, eine Schule im Gorkha Distrikt an. Ziel war Krishna Prasad Dhital, ein Lehrer der Syartan Lower Secondary School in Kharibot. Er gehört der Lehrergewerkschaft an, die wiederum dem nepalesischen Kongress nahe steht. Dies reichte offensichtlich aus, Dhital und die komplette Lehrerschaft zu verprügeln. Die Schule wurde vorübergehend geschlossen. 400 Schüler warten nun auf die Fortsetzung des Unterrichts in den nächsten Tagen.

Und aus aktuellem Anlass erneute Fotoarbeiten von Nabin Baral, der maoistische Rebellen mit seiner Kamera begleiten konnte. Hier geht es direkt zu den Fotos.

Die Einschätzungen meiner nepalesischen Freunde und Bekannten scheinen sich zu bewahrheiten: Kaum geht der Monsun zu Ende, steigt die Streik- und Gewaltbereitschaft. In den nächsten Wochen könnte sich die Lage zunehmend verschärfen und erst zum zehntätigen Dashain Festival wieder etwas beruhigen. Was danach passiert? Man kann eigentlich nur auf Regen hoffen.

Beruf: Fotojournalist

Ein Kommentar » von Alf-Tobias Zahn
27. August 2009 | 08:33 Uhr

Einer der vielen helfenden Hände von FAITH ist Fotojournalist Nabin Baral. Der 26-jährige studiert Journalism & Mass Media Communication in Kathmandu und arbeitet momentan an seiner Abschlussarbeit. Darüber hinaus ist immer auf der Suche nach dem perfekten Foto zu einer Story.

Für FAITH dokumentiert er fotografisch die verschiedenen Projekte und arbeitet am Design von Postern mit. Darüber hinaus entwickelt er auch Film- und Werbeskripts in Zusammenarbeit mit Miraz, dem kreativen Kopf hinter FAITH.

Neben dem bereits gestern veröffentlichten Foto eines Drogenabhängigen werden heute zwei weitere Arbeiten von Nabin präsentiert:

Gangapurna Himal

Im Oktober 2007 nahm er dieses Foto im Gangapurna Himal (Manang Distrikt) auf, der den gleichnamigen Gletscher samt Gletschersee zeigt. Dieser entstand erst in den zurückliegenden 50 Jahren und kann durchaus als Zeichen für die Folgen eines Klimawandels gesehen werden.

Sadhua Baba

Im Rahmen der FAITH-Produktion „the other choice“ für die GTZ war Nabin auch an der Suche nach passenden Locations beteiligt und schoss unter anderem dieses Foto eines Sadhu Baba.

Nach seiner Masterarbeit sieht auch er seine unmittelbare Zukunft im Ausland. Er möchte weiterhin als Fotokorrespondent arbeiten und unter anderem an einem Training der deutschen IIJB teilnehmen. Danach möchte er wieder nach Nepal zurückkommen und sein erworbenes Wissen in einem neuen Job einbringen.

2nd National Harm Reduction Conference in Kathmandu

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25. August 2009 | 10:20 Uhr

Vom 24. bis 26. August findet in Kathmandu die zweite nationale Harm Reduction Konferenz statt. In Workshops und Vorträgen soll den Zuhörern näher gebracht werden, wie (Über)Lebenshilfe für Drogenkonsumenten geleistet werden kann.

Harm Reduction Conference in Kathmandu

Auch FAITH (friends affected and infected together in hands) haben einen Teil zur Konferenz beigetragen. Die 15-minütige Dokumentation “the other choice” über die Oral Substitution Therapy (OST) wurde dem Publikum gezeigt. Die OST ermöglicht Drogenkonsumenten, von einer Injizierung zu einer oralen Einnahme von Drogen zu wechseln.

Das Risiko einer HIV-Infizierung wird dadurch ebenso minimiert wie die Möglichkeit, eine durch Blut übertragbare Krankheit zu bekommen. Die Patienten werden dann mit Methadon oder Buprenorphin behandelt. “the other choice” zeigt Konsumenten bei ihrem erfolgreichen Weg in der Therapie, wichtige Entscheidungsträger der nepalesischen Gesellschaft und beteiligte Organisationen wie UNODC/UNDP und GTZ.

Drug-injecting user

Trotz der Implementierung von OST durch die nepalesische Regierung 2002 ist diese Art der Therapie noch immer nicht flächendeckend möglich. Lediglich in der Hauptstadt Kathmandu können Patienten individuell behandelt werden. “the other choice” wurde am Freitag zur besten Sendezeit auf Kantipur TV ausgestrahlt und feierte seine internationale Premiere bereits auf dem 9. International Congress On AIDS in Asia & The Pacific mit dem Titel “Empowering People – Strengthening Network” in Nusa Dua (Bali, Indonesien).

Mit der weiteren Veröffentlichung der Dokumentation und der daraus resultierenden Aufmerksamkeit versucht FAITH, notwendige Aufklärung und Prävention im Bereich HIV/AIDS zu betreiben. Dabei setzen die Mitarbeiter um Miraz Roshan Thakuri und Reena Lama auf einen engen Kontakt zu Drogenkonsumenten und den sozialen Einrichtungen in Nepal, die eine Vielzahl an Patienten betreuen – und dennoch vielen nicht weiterhelfen können. Etwa 70.000 der insgesamt 29 Millionen Nepalis sind nach offiziellen Angaben mit dem HI-Virus infiziert. Die Dunkelziffer liegt allerdings weit über den bislang veröffentlichten Zahlen. Die größten betroffenen Gruppen sind Saisonarbeiter in Indien, injizierende Drogenkonsumenten und Sexarbeiterinnen. Die Dunkelziffer

Noch fehlt eine schlüssige nationale Agenda, die die tief in der nepalesischen Gesellschaft verankerten Vorurteile effektiv bekämpfen und gleichzeitig die Situation der HIV-Infizierten erheblich verbessert. Vielleicht trägt “the other choice” und die erneut vorgestellte Oral Substitution Therapy zu einer Wende zum Besseren bei.

*Das Foto des Drogenkonsumenten wurde von Nabin Baral aufgenommen. Mehr von ihm und seinen Fotografien gibt es morgen auf Jindagi in Nepal.

Warum? Ich bin Dalit!

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20. August 2009 | 11:10 Uhr

100.000 Nepalesische Rupien – diesen Anreiz schaffte die Regierung Ende Juli, um Nepalis aus einer höheren Kasten die Ehe mit einem/einer Dalit schmackhaft zu machen. Die Kastengrenzen sind zwar offiziell durch das Muluki Ain 1963 abgeschafft worden, doch noch immer sind die Vorurteile und Abneigungen tief in der nepalesischen Gesellschaft verwurzelt.

Kinder einer Dalit-Schule

Umgerechnet 1.000 Euro soll der Partner aus der höheren Kaste bekommen, unabhängig davon, ob die Ehe mit einem/einer „Unberührbaren/m“ lange Bestand hat. Die gut gemeinte Regelung stößt auf vehementen Widerstand. Talik Pariyar, Präsident der National Dalit Liberation Front (NDLF), fordert eine weitere Öffnung der Gesellschaft und betreibt aktive Aufklärung: „Mit Workshops und Seminaren wollen wir Druck auf die Regierung ausüben, um den Dalits mehr Unterstützung zukommen zu lassen.“

Er sieht ein großes Problem in der neuen gesetzlichen Regelung: „Die Ausbeutung von ‘unberührbaren’ Frauen, die die so genannten „Höherkastigen“ schon immer betrieben haben, wird weiter ansteigen!“ Die Regierung hätte den Dalits lieber mehr politische Unterstützung ermöglichen und gegen die weiterhin vorherrschende Ablehnung kämpfen sollen.

Zur einer ähnlichen Einschätzung gelangt auch Bahadur, der selbst ein Dalit ist und in einer Organisation aktiv gegen die eigene gesellschaftliche Ausgrenzung kämpft:

Wie beurteilst du die Entscheidung der Regierung, Ehen zwischen den Kasten – und vor allem die Ehe mit einem Angehörigen der Dalit – finanziell zu unterstützen?

Von einer Unterstützung kann ja keine Rede sein. Die Regierung bezahlt dafür, dass Ehen vorangetrieben werden, die gesellschaftlich weiterhin nicht gewollt sind.

Indian Dalit Girl

Was bewirkt dann deiner Meinung nach der finanzielle Anreiz?

Ausbeutung und Festigung der weiterhin bestehenden Kastenunterschiede. Sich von einem oder einer Dalit scheiden zu lassen, birgt keinerlei Gefahr, keinerlei gesellschaftliche Ausgrenzung. Warum also die 100.000 Rupien nicht mitnehmen! Bei der Scheidung bleibt das Geld bei dem Partner aus der höheren Kaste. Wie soll das zu Gerechtigkeit oder einem Miteinander führen?

In welcher Situation befinden sich die Dalit momentan?

Obwohl die Kasteneinteilung seit Jahrzehnten nicht mehr besteht, hat sich für uns nichts geändert. Ich hatte keine Möglichkeit, eine Schulbildung zu bekommen. Warum? Ich bin Dalit. Ich habe keine Möglichkeit, eine angemessene Arbeit zu finden. Warum? Ich bin Dalit. Ich lerne eine Frau kennen, die nicht Dalit ist, und werde sie nicht heiraten können. Warum? Ich bin Dalit.

Wie kämpft ihr gegen diese Situation an?

Meine Freunde und Freundinnen der Dalit organisieren sich – in nahezu allen Distrikten Nepals. Vor allem in den ländlichen Gebieten ist der Zusammenhalt groß. Auch bis nach Kathmandu sind wir vorgedrungen, auch hier werden wir weiterhin verstärkt für unsere Rechte kämpfen. Das gilt natürlich auch für mich. Nicht umsonst heißt mein Name übersetzt „Mut und Tapferkeit“.

*Das Foto der Schulkinder schoß Ajay Tallam.
*Das Foto des jungen Mädchens machte Gamdrup.

5 Fragen an … (II)

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19. August 2009 | 08:40 Uhr

Rajesh Adhikari ist Promotional Manager der Environment And Public Health Organization (ENPHO) in Nepal mit Sitz in Kathmandu. Er hat in der vergangenen Woche die von der Cholera betroffenen Distrikte besucht und sich ein eigenes Bild der Lage gemacht.

Purified Water

Herr Adhikari, welche Situation haben Sie während ihres Aufenthaltes in den betroffenen Distrikten vorgefunden?

In allen fünf Regionen sind Ärzte und Freiwillige vor Ort, die Patienten werden mit den notwendigen Medikamenten versorgt. Die Lage ist ernst, aber nicht so dramatisch, wie sie in den Medien dargestellt wird. Allerdings kann auch noch nicht von einer Lösung des Problems gesprochen werden.

Jedes Jahr sind die Gebiete von der Cholera betroffen. Welchen Auslöser gab diesmal?

Eine kleinere Gemeinde hat altes (dead) Büffelfleisch gegessen. Einigen ist es nicht bekommen, sie haben sich übergeben oder litten an Durchfall. Alles landete schließlich am und im nahe gelegenen Fluss, der auch an anderen Gemeinden vorbeifließt. Die Bewohner der anderen Gemeinden haben das Wasser getrunken oder zur Zubereitung ihrer Speisen verwendet.

Wäre das Wasser grundsätzlich zum Trinken geeignet?

Durch den Monsun und die ungewöhnlich schweren Niederschläge in diesem Jahr sollte man darauf verzichten. Doch die Bewohner haben keinerlei Wissen über Hygiene und verunreinigtes Wasser. Das nächste Health Office ist fünf Stunden zu Fuß entfernt, die nächste Anlage zu Aufbereitung von Wasser ganze drei Tage. Die Infrastruktur im Mittelgebirge ist katastrophal.

Wie könnten die Gemeinden und die nepalesische Regierung mit der Situation, die jedes Jahr wieder erneut auftritt, umgehen?

Es geht nur mit Prävention vor Ort. Das könnten Poster und Broschüren mit wichtigen Informationen sein. Oder Aufklärungssongs, die über das lokale Radio verbreitet werden. Es sollte zumindest nicht dazu kommen, Militär und Ärzte mit Medikamenten losschicken zu müssen, wenn die ersten Meldungen über Tote in Kathmandu eintreffen.

Konnte die ENPHO etwas gegen die Cholera konkret ausrichten?

Wir haben Water Purifier mitgenommen und in den Gemeinden verteilt, nachdem wir den Bürgern erklärt haben, warum sie das Wasser nicht trinken sollten. Lediglich wenige Tropfen genügen, um das Wasser virenfrei und trinkbar zu machen. Water Purifier sind günstig, vor allem im direkten Vergleich zu den jetzt notwendigen Ausgaben für die Regierung. Darüber hinaus haben wir 65 Freiwillige in die Distrikte geschickt, um die lokalen Kräfte zu unterstützen.

Herr Adhikari, vielen Dank für das Interview.

Neben den Freiwilligen der ENPHO haben auch die Maoisten der UCPN über 250 Mitglieder in die Distrikte entsendet. Dabei sparen vor allem die Maoisten nicht mit Kritik an der Regierung, die „zu langsam reagiert hätte.“ Vor allem der Besuch von Umakanta Chaudhary, Minister Of Health, in Deutschland während des Ausbruchs der Epidemie wird besonders kritisch beurteilt. Das Parlament hatte die Auslandsreise allerdings genehmigt und nicht auf eine vorzeitige Rückreise von Chaudary gedrängt.

*Purified Water ist ein Foto von Neubie.

5 Fragen an … (I)

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14. August 2009 | 12:16 Uhr

Prithvi Raj Aryal wertet für die nepalesische NGO „FAITH“ (friends affected and infected together in hand) Umfragen und Erhebungen über das Thema HIV/AIDS aus. Er ist 25 Jahre alt und befindet sich kurz vor seinem Masterabschluss in Journalismus und Kommunikation. Geboren und aufgewachsen ist er in Tanahun, einem Distrikt in der Nähe von Pokhara. Sein Ziel: Einen Platz in einem weiteren Masterstudiengang in England ergattern.

Prithvi bei der Auswertung einer Studie

Prithvi, du bist vor fünf Jahren nach Kathmandu gekommen, um hier zu studieren. Gab es damals, mit knapp 20 Jahren, andere Alternativen für dich?

Ich hätte einen ähnlichen Weg gehen können wie meine besten Freunde. Tanahun ist sehr stark von der Landwirtschaft geprägt. Die Möglichkeiten, einen angemessenen Job zu finden, sind sehr begrenzt. Meine Freunde entschieden sich damals gegen die Landwirtschaft und für die Arbeit in den Golfstaaten.

Wie lange arbeiten sie bereits dort und welche Berufe können sie dort ausüben?

Meine Freunde haben alle keine Ausbildung und sprechen weder arabisch noch englisch. Sie arbeiten in Hotels als Wachmann oder auf Baustellen. Alle zwei bis drei Jahre kommen sie nach Nepal, bleiben zwei bis drei Monate bei ihrer Familie und fliegen wieder zurück.

Lohnt sich denn die Arbeit in den Golfstaaten, sowohl für deine Freunde als auch für deren Familien, der die Arbeitskraft für die Landwirtschaft fehlt?

Meine Freunde verdienen etwa 500 Dollar pro Monat, und das bei 15 Stunden Arbeit am Tag. Sie können etwa 20.000 Nrs, also knapp 300 Dollar pro Monat, an ihre Familien in Tanahun schicken. Da bleibt nicht viel übrig für die Dinge des alltägliche Lebens vor Ort. Einem Bekannten ist es da besser ergangen: Als gelernter Koch ist er in den Hotels sehr begehrt und verdient gut das doppelte im Monat.

Die finanzielle Unterstützung entspricht demnach einem durchschnittlichen Monatslohn in Nepal. Weshalb haben deine Freunde die Mühen auf sich genommen, einen Vermittler zu bezahlen, sich zu verschulden und in den Golfstaaten für wenig Geld zu arbeiten?

Sie hatten keine andere Wahl. Die Arbeit in der Landwirtschaft ist hart und wirft bei weitem nicht so viel Geld ab. Einen anderen Job, etwa in Kathmandu, hätten sie nicht bekommen. Es blieb ihnen nichts anderes über, als in die Golfstaaten zu gehen – auch wenn das bedeutet, ihre Familie drei Jahre lang nicht zu sehen und unter widrigen Umständen zu leben.

Warum hast du dich für den Schritt nach Kathmandu entschieden?

Ich hatte die Möglichkeit. Die musste ich einfach wahrnehmen. Jetzt hoffe ich, dass ich ein Visum für England bekomme und dort meinen zweiten Master machen kann. Eine Spezialisierung im Bereich „Medien“. Anschließend könnte ich nach Nepal zurückkommen und einen guten Job bekommen. Diese gibt es leider momentan nicht – noch nicht einmal schlecht bezahlte.

Nächste Woche erfahrt ihr mehr über die Situation der Unberührbaren in Nepal und die Arbeit eines jungen Fotojournalisten, der unbedingt nach Deutschland möchte.

Eine nepalesische Zukunft im Ausland

Ein Kommentar » von Alf-Tobias Zahn
13. August 2009 | 09:07 Uhr

Vor zwei Wochen war es wieder soweit: Bereits weit vor Mitternacht versammelten sich gut 800 junge Menschen vor dem Büro der UK Visa Application in Kathmandu. Sie sicherten sich einen Platz in der langen Schlange, verbunden mit der Hoffnung, eines der begehrten Visa für einen Studien- oder Arbeitsaufenthalt im Vereinigten Königreich zu ergattern.

UK Visa Application Office

Viele junge Nepalis, die gerade ihren Bachelorabschluß gemacht haben oder bereits mit einem Master ausgestatten sind, wollen ihr Glück im Ausland suchen. Jobs für Akademiker sind rar in Nepal, zumeist bleiben die Abgänger monate- oder sogar jahrelang ohne Arbeit. Eine Stelle in dem Bereich zu finden, den man womöglich studiert hat, ist nahezu aussichtslos. Was bleibt ist die Hoffnung, im Ausland entweder das Studium mit einem hochwertigen Abschluß zu beenden oder mit einem zweiten Master zu erweitern.

Die Chancen stehen gut, da viele Länder um die nepalesischen Studenten buhlen. Vor wenigen Wochen erst haben Kanada und eben England ihre Regularien neu ausgerichtet. Weiterhin sind Englischkenntnisse durch einen Kurs beim British Council nachzuweisen und es wird sichergestellt, dass die ausländische Universität die Eingangsvorraussetzung auch anerkennt. In Zeiten von Bachelor und Master ist dies kein Problem mehr.

Sunil hat sich erstmals für ein Visum beworben. Fleißig bereitete er sich auf den wichtigen Sprachtest vor und hofft, bei der Vergabe des Visums etwas Glück zu haben. “Ich habe gerade meinen Bachelor abgeschlossen. Jetzt muss ich sechs Monate auf meine Ergebnisse warten. In dieser Zeit würde ich gerne arbeiten, aber einen angemessen Job finde ich nicht – entweder fehlt mir noch das Bachelor-Zeugnis oder ich habe noch nicht die notwendige Arbeitserfahrung.”

“Aber wie soll ich die finden, wenn ich lediglich im Supermarkt arbeiten kann?” In Kathmandu könnte er als Lehrer arbeiten, möchte aber viel lieber in dem Bereich tätig sein, den er auch studiert hat – Soziologie. Doch an einen Job an der Universität kommt er nur durch Beziehungen heran und in der freien Wirtschaft gibt es momentan keine Vakanzen.

Wartende Studenten vor der Visastelle

Yogalehrer Bhupal wiederum versucht seit zwei Jahren an ein Visum zu gelangen. Erst für die USA, jetzt für Kanada. Sein Ziel: Ein Masterabschluß in Spa-Management. “Die Vorraussetzungen für einen Aufenthalt in Kanada sind in Ordnung, vor allem kostet mich der Aufenthalt weniger und ich werde eher angenommen als zum Beispiel in Deutschland. Nach den zwei Jahren würde ich dann gerne wieder nach Nepal zurückkommen und mit meinem neu gewonnen Wissen hier ein Spa managen. Dieses Know-how fehlt in Nepal noch.” Auch sein Bescheid wird in den nächsten Wochen eintreffen. Dann ist nur noch eines zu klären: Ob seine Frau für die Zeit des Studiums mit nach Kanada kommen darf: “Denn ohne sie gehe ich nicht.”

Lest morgen ein Interview mit meinem Arbeitskollegen Prithvi über seine Möglichkeiten nach der Schule, seine Migration nach Kathmandu und seine Hoffnung auf einen Studienplatz in England.

Angespannte Lage

Äußere deine Meinung, Anregung oder Frage hier von Alf-Tobias Zahn
11. August 2009 | 18:19 Uhr

15:03 Uhr in Sanepa: In einem Stadtteil von Patan im Süden von Kathmandu gehen binnen weniger Minuten zwei kleine Sprengsätze in die Luft. Ziele: ein Transport Management Office und das Parteigebäude der Nepali Congress Party.

Zu den beiden Anschlägen bekannte sich die Nepal Defence Army (NDA), eine radikal-hinduistische Gruppierung, deren Aktionen und Anschläge sich in Nepal gezielt gegen Christen und Muslime richtet – und seit heute auch gegen den hinduistische Teil der nepalesischen Gesellschaft.

Bombenschläge in Sanepa.

Die beiden explodierten Bomben richteten nur wenig Schaden aus. Menschen wurden nicht verletzt, selbst die Gebäude blieben weitgehend unversehrt. Weitere Sprengsätze wurden vom Bombenkommando der nepalesischen Polizei entschärft. Offensichtlich sollten die Explosionen lediglich eine Warnung sein, da sie 1.) zu schwach und 2.) zu einer Zeit gezündet wurden, in der beide Gebäude nahezu menschenleer waren. Der Aufmerksamkeit konnte sich die Nepal Defence Army dennoch gewiss sein.

Trotz des glimpflichen Ausgangs lässt sich in den zurückliegenden Wochen ein Herabsinken der Hemmschwelle zur Gewalt feststellen. Die Gründe sind vielschichtig: Alleine drei große Industrieanlagen wurden in den letzten Monaten wegen Streiks geschlossen, tausende Menschen sind dadurch vorübergehend arbeits- und einkommenslos und die Enttäuschung über die maoistischen Ex-Rebellen wächst. Gestartet als große Hoffnungsträger verzetteln sich die Anhänger der Maoisten in einem politischen Kleinkrieg mit den anderen Parteien und planen weitreichende Protestaktionen.

Dabei schrecken sie auch nicht vor überzogener Rhetorik zurück: “The US has already entered into India and China and therefore Nepal could be the place from where the world war could begin as the second world war had begun from a small country.” Das Problem an der Aussage, die jeglicher (politischer) Grundlage entbehrt: Man kann nicht einschätzen, zu was die Maoisten in der Lage sind. Einen König haben sie bereits gestürzt und binnen kürzester Zeit sind sie zur stärksten demokratisch gewählten politischen Kraft aufgestiegen.

Der Ton wird rauer, die Lage angespannter.

Am Donnerstag auf Jindagi in Nepal: Warum sich hunderte von Nepalis nachts vor das UK Visa Application Büro stellen und bis zum nächsten Tag in einer langen Schlange ausharren.



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