Beruf: Fotojournalist

Ein Kommentar » von Alf-Tobias Zahn
27. August 2009 | 08:33 Uhr

Einer der vielen helfenden Hände von FAITH ist Fotojournalist Nabin Baral. Der 26-jährige studiert Journalism & Mass Media Communication in Kathmandu und arbeitet momentan an seiner Abschlussarbeit. Darüber hinaus ist immer auf der Suche nach dem perfekten Foto zu einer Story.

Für FAITH dokumentiert er fotografisch die verschiedenen Projekte und arbeitet am Design von Postern mit. Darüber hinaus entwickelt er auch Film- und Werbeskripts in Zusammenarbeit mit Miraz, dem kreativen Kopf hinter FAITH.

Neben dem bereits gestern veröffentlichten Foto eines Drogenabhängigen werden heute zwei weitere Arbeiten von Nabin präsentiert:

Gangapurna Himal

Im Oktober 2007 nahm er dieses Foto im Gangapurna Himal (Manang Distrikt) auf, der den gleichnamigen Gletscher samt Gletschersee zeigt. Dieser entstand erst in den zurückliegenden 50 Jahren und kann durchaus als Zeichen für die Folgen eines Klimawandels gesehen werden.

Sadhua Baba

Im Rahmen der FAITH-Produktion „the other choice“ für die GTZ war Nabin auch an der Suche nach passenden Locations beteiligt und schoss unter anderem dieses Foto eines Sadhu Baba.

Nach seiner Masterarbeit sieht auch er seine unmittelbare Zukunft im Ausland. Er möchte weiterhin als Fotokorrespondent arbeiten und unter anderem an einem Training der deutschen IIJB teilnehmen. Danach möchte er wieder nach Nepal zurückkommen und sein erworbenes Wissen in einem neuen Job einbringen.

2nd National Harm Reduction Conference in Kathmandu

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25. August 2009 | 10:20 Uhr

Vom 24. bis 26. August findet in Kathmandu die zweite nationale Harm Reduction Konferenz statt. In Workshops und Vorträgen soll den Zuhörern näher gebracht werden, wie (Über)Lebenshilfe für Drogenkonsumenten geleistet werden kann.

Harm Reduction Conference in Kathmandu

Auch FAITH (friends affected and infected together in hands) haben einen Teil zur Konferenz beigetragen. Die 15-minütige Dokumentation “the other choice” über die Oral Substitution Therapy (OST) wurde dem Publikum gezeigt. Die OST ermöglicht Drogenkonsumenten, von einer Injizierung zu einer oralen Einnahme von Drogen zu wechseln.

Das Risiko einer HIV-Infizierung wird dadurch ebenso minimiert wie die Möglichkeit, eine durch Blut übertragbare Krankheit zu bekommen. Die Patienten werden dann mit Methadon oder Buprenorphin behandelt. “the other choice” zeigt Konsumenten bei ihrem erfolgreichen Weg in der Therapie, wichtige Entscheidungsträger der nepalesischen Gesellschaft und beteiligte Organisationen wie UNODC/UNDP und GTZ.

Drug-injecting user

Trotz der Implementierung von OST durch die nepalesische Regierung 2002 ist diese Art der Therapie noch immer nicht flächendeckend möglich. Lediglich in der Hauptstadt Kathmandu können Patienten individuell behandelt werden. “the other choice” wurde am Freitag zur besten Sendezeit auf Kantipur TV ausgestrahlt und feierte seine internationale Premiere bereits auf dem 9. International Congress On AIDS in Asia & The Pacific mit dem Titel “Empowering People – Strengthening Network” in Nusa Dua (Bali, Indonesien).

Mit der weiteren Veröffentlichung der Dokumentation und der daraus resultierenden Aufmerksamkeit versucht FAITH, notwendige Aufklärung und Prävention im Bereich HIV/AIDS zu betreiben. Dabei setzen die Mitarbeiter um Miraz Roshan Thakuri und Reena Lama auf einen engen Kontakt zu Drogenkonsumenten und den sozialen Einrichtungen in Nepal, die eine Vielzahl an Patienten betreuen – und dennoch vielen nicht weiterhelfen können. Etwa 70.000 der insgesamt 29 Millionen Nepalis sind nach offiziellen Angaben mit dem HI-Virus infiziert. Die Dunkelziffer liegt allerdings weit über den bislang veröffentlichten Zahlen. Die größten betroffenen Gruppen sind Saisonarbeiter in Indien, injizierende Drogenkonsumenten und Sexarbeiterinnen. Die Dunkelziffer

Noch fehlt eine schlüssige nationale Agenda, die die tief in der nepalesischen Gesellschaft verankerten Vorurteile effektiv bekämpfen und gleichzeitig die Situation der HIV-Infizierten erheblich verbessert. Vielleicht trägt “the other choice” und die erneut vorgestellte Oral Substitution Therapy zu einer Wende zum Besseren bei.

*Das Foto des Drogenkonsumenten wurde von Nabin Baral aufgenommen. Mehr von ihm und seinen Fotografien gibt es morgen auf Jindagi in Nepal.

Standortbestimmung

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3. August 2009 | 19:44 Uhr

Nepal, das Land der 8000er und der ausgedehnten Trekkingtouren, wird nicht nur durch seine imposanten Berge, sondern auch durch seine Städte geprägt. Zwei besonders gegensätzliche Beispiele sind Kathmandu und Bhaktapur.

In der Hauptstadt Kathmandu leben knapp eine Millionen Menschen auf engstem Raum zusammen. Die Stadt wird vor allem im Monsunreichen Monaten von einer schwarzen Abgaswolke verhüllt. Unzählige Baustellen verursachen lange Staus und symbolisieren Aufbruch und Stillstand zu gleich. Auf den Straßen streiten sich die Fahrer von Rikschas, Motorrädern, Microbussen und Autos um den kaum vorhandenen Platz. Jede Lücke wird genutzt, egal ob der Platz wirklich ausreicht. Manche spotten, dass der Zustand des Straßenverkehrs viel über den Zustand der Gesellschaft verrät.

Kathmandu
Das Foto von Kathmandu unterliegt einer CC Lizenz der Wikimedia Commons.

Kathmandu ist auch Sitz der nepalesischen Regierung unter Premier Madhav Kumar Nepal, dem Vorsitzenden der Kommunistischen Partei (CNP) und einer 22-Parteien-Allianz. Nach dem Rücktritt des vorherigen Premiers, dem Maoisten Pushpa Kamal Dahal, und der daraus resultierenden Oppositionshaltung der stärksten Partei, versuchen Nepal und seine Kollegen, demokratische Standards zu etablieren, eine Verfassung auszuarbeiten und den Friedensprozess weiter voranzutreiben. Schwere Aufgaben, die unweigerlich – wie der Verkehr – zu alltäglichem Chaos führen.

Bhaktapur, 15 Kilometer östlich der Hauptstadt gelegen, ist die drittgrößte Stadt im Kathmandu Valley und bildet einen Gegenpol zur Hauptstadt – in jeglicher Hinsicht. Die Stadt entwickelte sich an einem Handelsweg nach Tibet. Gegründet im 12. Jahrhundert von König Anand Dev Malla, sind 99 % der Stadt ist im traditionellen Stil der Newar erbaut und erhalten worden, unter anderem dank großzügiger Unterstützung aus Deutschland. So sagte der damalige Bundeskanzler Helmut Kohl 1987 zu, die nach dem Erdbeben teilweise zerstörte Stadt wieder aufzubauen. Fünf Jahre später wurden die restaurierten Tempel, darunter der Cysalin Mandap aus dem 18. Jahrhundert, eingeweiht.

55-Fenster-Palast in Bhaktapur

Die besondere Verbundenheit der Menschen vor Ort mit Deutschland erfährt man nicht nur in Bhaktapur. Allein über 150 deutsche Nichtregierungsorganisationen (NGOs) haben sich in Nepal niedergelassen, um in den unterschiedlichsten Bereichen tätig zu sein. Von der Unterstützung eines Waisenhauses über den Ausbau der Schulbildung oder der Beratung von Projekten im Bereich der Wasseraufbereitung. Dazu gesellen sich noch Organisationen aus dem Bereich der Entwicklungszusammenarbeit, angefangen von der GTZ und dem DED über CIM und die KfW.

Ein Land voller Gegensätze und Umbrüche, unterschiedlicher Interessensgruppen und wirtschaftlicher Abhängigkeiten, eingekeilt zwischen den aufstrebenden Global Playern Indien und China. Die Voraussetzungen könnten wahrlich einfacher sein.

Demnächst an dieser Stelle: Wie sich Unberührbare einen Platz in der Gesellschaft sichern wollen und warum junge Akademiker in Massen das Land verlassen.

Namaste

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2. August 2009 | 10:37 Uhr

Namaste und “Herzlich Willkommen” an alle Sonar- und politik.de-Leser.

An dieser Stelle werde ich euch in den nächsten zwei Monaten einen Einblick in das Leben in Nepal geben können. Ein Land, welches von seiner Mystik lebt, als Bergsteigerparadies bekannt ist und in den 60er und 70er Jahren den Schlußpunkt des Hippie Trails gebildet hat. Aber Nepal ist nicht nur ein touristischer Magnet für Hohenrausch und Sinnsuche, sondern vielmehr ein Land im ständigen Auf- und Umbruch, geprägt vom jahrelangen Bürgerkrieg, dem noch andauernden Friedensprozess und den Tücken der modernen Demokratie.

Abbild einer hinduistischen Gottheit

Nepal ist reich an außergewöhnlichen Geschichten und einmaligen Erlebnissen, die ich mit euch teilen möchte. Ich arbeite noch bis Ende September in der Hauptstadt Kathmandu in der lokalen NGO “FAITH” (friends affected and infected together in hand).

Was wir dort machen: Aufklärung über und Prävention von HIV/AIDS durch den Einsatz verschiedener Medien. Je nach Zielgruppe bedeutet dies eine Broschüre mit Piktogrammen (im Auftrag der UNDP) oder auch eine 15-minütige Dokumentation mit englischem und deutschem Untertitel (im Auftrag von GTZ Nepal).

Neben den Erlebnissen in der tägliche Arbeit haben sich bereits in den zurückliegenden Wochen viele Interviews mit Nepalesen ergeben, die das Leben in diesem Entwicklungsland sehr eindrücklich beschreiben. Sehr persönliche Geschichten, die stellvertretend für die gesellschaftliche und soziale Entwicklung Nepals in den letzten Jahren stehen. Es erwarten euch also keine Reiseberichte, sondern Artikel über politischen Umwälzungen, religiöse Konventionen und gesellschaftliche Veränderungen in einem Land des Südens.

Alf-Tobias Zahn berichtet für politik.de aus Nepal

Ein faszinierendes Land mit vielen Facetten, die ich euch bis Ende September durch einen Einblick in das alltägliche jindagi in Nepal näher bringen möchte. Ich freue mich über eure Fragen, Anregungen und Statements, die ihr mir direkt über die Kommentarfunktion schicken könnt. Thik cha? La!



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