TV-Duell zwischen Royal und Sarkozy

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3. Mai 2007 | 09:00 Uhr

tvduell.bmpGeschätzte 20 Millionen sahen gestern Abend die erste und einzige Debatte zwischen den französischen Präsidentschaftskandidaten Ségolène Royal und Nicolas Sarkozy. Um die Gunst der noch unentschlossenen Wähler haben die beiden Rivalen in einem hitzigen Schlagabtausch geworben, bevor sie am Sonntag zur Stichwahl antreten. Die Sozialistin Royal gab sich angriffslustig und versuchte ihr Gegenüber immer wieder aus dem Konzept zu bringen. Der konservative Sarkozy, einer der besten Debattierer der Nation, aber auch bekannt für seine Temperamentausbrüche, bemühte sich spürbar die Haltung zu bewahren.

Das Los entschied – Sarkozy hatte das erste Wort und blieb eher unverbindlich. Royal nutzte dies gleich um einen ersten Angriff zu starten. Beim Thema Sicherheit und Ordnung hat sie mehrfach auf Sarkozys Mitverantwortung als bisheriger Innenminister hingewiesen. Er hingegen gab sich erstaunlich einsichtig und selbstkritisch. Als es um die Wirtschaftsfragen ging, äußerte Royal eher allgemeine Aussagen: Der Mittelstand sei der Motor der französischen Wirtschaft. Nur dort könnten nennenswert neue Arbeitsplätze geschaffen werden. Weitere Themen, die den Wahlkampf in den letzten Wochen geprägt hatten, wurden heruntergespult. Die unterschiedlichen Pläne wurden deutlich. Eine Überraschung – bei den Mindestlöhnen und der Kaufkraft sind sich die Kandidaten einig.

Eher ruhig verlief die Debatte bis dahin. Keiner konnte wirkliche Akzente setzen, keiner leistete sich größere Patzer. Erst nach 2 Stunden erreichte die Debatte ihren emotionalen Höhepunkt, als Sarkozy Behinderten einen Rechtsanspruch auf einen Platz im normalen Schulsystem versprach. Da brauste Royal auf und zählte auf, wie viele Sozialarbeiter und Betreuer in den fünf Jahren der konservativen Regierung aus den Schulen entlassen worden seien: “Nein, ich werde mich nicht beruhigen”, sagte die Kandidatin, Sarkozy erwiderte, um Präsident zu sein, müsse man ruhig bleiben, Antwort Royal: “Nicht, wenn es Ungerechtigkeiten gibt.” Mehrere Minuten hielt der teils auch inhaltliche Streit an, bis der konservative Sarkozy noch einmal nachlegte: “Wenigstens hatte dieser Streit einen Erkenntniswert: Sie werden leicht zornig, sie fahren leicht aus der Haut. Aber, Frau Royal, der Präsident der Republik trägt eine hohe Verantwortung, eine sehr hohe Verantwortung.”

Wenn man den anschließenden Umfragen glaubt, hatte die um Etliches überzogene Debatte keinen wirklichen Gewinner. Genau wird man es erst am Sonntag wissen, dann wird gewählt. Danach beginnt ein neuer Wahlkampf, um die Mehrheit im Parlament.

Präsidentschaftswahl in Frankreich

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2. Mai 2007 | 09:40 Uhr

Heute Abend um 21.00 Uhr treten im TV-Duell die Präsidentschaftskandidaten Ségolène Royal und Nikolas Sarkozy gegeneinander an. Vor laufenden Kameras wird ein heftiger Schlagabtausch der beiden erwartet. Vorab gibt es noch einen Einblick in das politische Handeln der Sozialistin Ségolène Royal.

Ségolène Royal 

royal.bmpCharmant, weiblich und unermüdlich – so tritt Ségolène Royal gegen Nikolas Sarkozy an. Sie strebt es an als erste Frau das höchste Amt Frankreichs zu erringen. Die Mutter von vier Kindern wirkt viel jünger als sie ist. Mit allen Mitteln setzt sie im Wahlkampf ihre Weiblichkeit ein. In der Amtsführung jedoch ist sie Autoritär wie die Männer. Liliane Delwasse, Autorin eines kürzlich erschienenen Werks mit dem Titel “Wenn Frauen die Macht ergreifen” über Royal: “Sie übt ihre Macht mit einer autoritären Haltung aus, wie es sich viele Männer gar nicht trauen würden. Ich glaube, dass es letztendlich keine grundlegenden Unterschiede zwischen Politikerinnen und Politikern gibt.”

Obwohl sie lange Zeit keine nennenswerte politische Rolle spielte, ist Madame Royal seit Jahren ziemlich beliebt bei ihren Landsleuten. Auch innerhalb ihrer Partei „Parti socialiste“, deren Vorsitzende ihr Lebensgefährte Hollande ist, rief sie eine große Sympathiewelle hervor. 70.000 neue Mitglieder sind der Partei beigetreten. Diese sind wohl auch maßgeblich an ihrem souveränen Sieg am 16.November 2006 bei der Wahl zur Spitzenkandidatur für die Staatspräsidentenwahl 2007 verantwortlich. Mit 60,62 Prozent der Stimmen setzte sie sich gegen die Herren Fabius und Strauss-Kahn durch.

Leitbild ihrer politischen Programmatik ist das Prinzip der partizipativen Demokratie unter Einbeziehung neuer Kommunikationsformen des Internet, Weblogs und Foren. Ausgehend von ihrer Beobachtung, das politische Frankreich erlebe gegenwärtig durch den Glaubwürdigkeitsverlust und die zunehmende Bürgerferne seiner Regierung eine tiefe demokratische Krise, fordert sie von der Politik, sich stärker auf die Fähigkeit der Bürger zu stützen, ihre persönliche Expertise in den politischen Prozess einzubringen und sie so „direkter an die Ausarbeitung von Entscheidungen zu binden, die sie betreffen, sowohl auf nationaler wie auf regionaler Ebene. Die Mobilisierung dieser kollektiven Intelligenz bringt unverfälschte Ergebnisse. Der Autismus und die Arroganz der Regierung funktionieren nicht.“

Ansich ist sie in ihrem Werbefeldzug bewusst sehr vage geblieben. Nicht einmal auf ihre Worte vom Vortag hat sie sich festlegen lassen. Hat sie doch immer wieder Stichworte ins Spiel gebracht, die bürgerliche Wähler ansprachen – etwa zu Problemen der Erziehung, der Bildung und der inneren Ordnung. In der Außenpolitik kritisierte sie das Vorgehen von der US-Regierung unter George W. Bush: „Präventivkriege verschlimmern die Probleme eher, als dass sie diese zu lösen imstande sind. Es gibt niemanden außer George Bush, der der Meinung ist, die Welt sei seit der Besetzung des Irak sicherer geworden“.

Präsidentschaftswahl in Frankreich

Ein Kommentar » von Saskia Schade politik.de
30. April 2007 | 14:51 Uhr

fhbNach 12 Jahren neigt sich die Ära Jacques Chirac dem Ende zu. Der Staatspräsident verzichtet auf eine dritte Kandidatur. Aus dem ersten Wahlgang am 22. April sind der konservative Nicolas Sarkozy (UMP) und die Sozialistin Ségolène Royal (PS) als Sieger hervor gegangen. Beide stehen sich nun in der Stichwahl am 6. Mai gegenüber.

In den nächsten Tagen werden wir Sie hier über die Kandidaten und die neusten Informationen zum aktuellen Wahlkampf in Frankreich auf dem Laufenden halten.

Im Moment liegt Sarkozy, der sein Präsidentschaftsprojekt auch in Second Life auf der “L’ile Sarkozy” betreibt, laut Umfragen mit 52-54 Prozent vor Royal und geht somit als Favorit in die Stichwahl am Sonntag. Hier eine kurzes Portrait seines bisherigen Wirkens im Kampf um die Präsidentschaft:

Nicolas Sarkozy

sarkozy11.bmpSeit fünf Jahren ist er ohne Pause auf Stimmenfang. Nun sind es nur noch wenige Meter die ihm bis zu seinem Ziel “Le président de la France” fehlen. Dabei legte er sich anfangs selber Steine in den Weg. Bei den Präsidentschaftswahlen 1995 wechselte er ins Lager von Edouard Balladur, Gegner seines Entdeckers und politischen Ziehvaters Jacques Chirac. Doch Chirac gewann und ist seit fast zwölf Jahren Präsident der Franzosen.

Chiracs Ehefrau Bernadette verlieh dem “Verräter” den Beinamen Brutus. Wo andere längst aufgegeben hätten, kämpfte er sich Stück für Stück zurück. Vorallem durch seinen unbändigen Aktivismus und seine markant-markigen Sprüche avancierte er zu einem der populärsten Politiker des Landes. Aber nicht überall trifft er auf Sympathie: Viele Linke halten ihn für einen rücksichtslosen Bonapartisten und unter den Jugendlichen ist er zur Hassfigur geworden, seit er sie als “Gesindel” bezeichnete und vorschlug, die Problemviertel mit dem Hochdruckreiniger zu säubern.

2004 ließ er sich dann zum Parteivorsitzenden der „Chirac-Partei“ UMP wählen. Potenzielle Widersacher aus dem eigenen Lager, samt Chirac, räumte er aus dem Weg und propagierte im Wahlkampf zunächst einen “Bruch” mit dem System Chirac. Nachdem dieser auf eine Kandidatur für eine dritte Amtszeit verzichtet hatte, wurde daraus ein “friedlicher Bruch”. Der scheidende französische Staatspräsident steht im Wahlkampf hinter Sarkozy, wenn auch ohne jeglichen Enthusiasmus.

Als “amerikanischen Neokonservativen mit französischem Pass” hatten die Sozialisten Sarkozy abgestempelt. In seinem jüngsten Wahlkampfmanifest präsentiert er sich dagegen als Versöhner und Präsident aller Franzosen. Hauptziel seines Wahlkampfes sind eine Aufwertung der Arbeit und die “Verteidigung” der nationalen Identität. Er hat mehrfach betont, dass er die Wähler des Rechtsextremisten Jean-Marie Le Pen für die “klassische Rechte” gewinnen will.

sarkpzy2.bmp

Die „L’ile Sarkozy“

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18. März 2007 | 16:27 Uhr

Nicolas Sarkozy, Favorit der konservativen UMP in der kommenden Präsidentschaftswahl in Frankreich im April, geht nicht nur im realen Leben auf Stimmenfang. Auch in Second Life wirbt er für sich als möglichen Nachfolger des amtierenden Präsidenten Jaques Chirac.

sarkozy_collage.jpg

Kommt man auf Sarkozys Insel, erhält man in jedem Fall eine Note-Card mit allgemeinen Informationen und mit ein wenig Glück auch etwas mehr: Zur Eröffnung der Wahlkampfplattform wurden dort auch T-Shirts mit Sarkozys Konterfei sowie virtuelle Pizzastücke verteilt.  Zeigte sich der Kandidat einmal selbst in Gestalt seines Avatars , so würden ihm ein Amphitheater und eine Art Presse- und Konferenzraum genügend Raum und Gelegenheit bieten, um mit den interessierten Besuchern in Kontakt zu treten.

Sarkozy ist mit seiner Idee, in  Second Life auf Stimmenfang zu gehen, aber alles andere als ein Pionier unter den französischen Politikern: Seine Konkurrentin Segolene Royal, Topkandidatin der sozialdemokratischen Parti Socialiste, als auch Jean-Marie Le Pen, Präsidentschaftskandidat der rechten Front National, kamen ihm bereits zuvor.



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  • Alexander Dill: Da ich die Studie von Dr. Solte bereits 2006 sehen konnte, bevor er sie vergeblich Peer Steinbrück...
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  • frankenfeld: Das ist echt zum Schlapplachen… Ist doch klar, dass ein Wahlkampf mit Inhalt gefüllt wird, und...

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