
Schreckliche Ereignisse wie die Massaker und Geiselnahmen in Mumbai erhöhen naturgemäß den Stressfaktor in der Blogosphäre: Es stehen die “Politisch Unkorrekten” gegen die “Gutmenschen”, und in der Grauzone zwischen den beiden Polen finden sich noch jede Menge Misch-Positionen.
Malte reagiert auf die Terror-Anschläge in Mumbai mit dem Hinweis auf den schon seit Jahrhunderten schwelenden Konflikt zwischen Hindus und Moslems. Auch wenn er betont, dass ein Konflikt keine Rechtfertigung für Terror ist, schlagen die Wellen in den Kommentaren hoch.
Verglichen allerdings mit Bloggern wie dem “islamkritischen” und “politisch unkorrekten” (aha) Tankdriver nimmt sich Maltes Beitrag wie der eines bändchenknüfendem Hippies auf Ibiza aus. Der Tankdriver fordert von friedlichen Muslimen endgültig ein lautes Bekenntnis zur westlichen Kultur und gegen die muslimischen Mörder – eben ein Zeichen gegen die “Krankheit”. Ob die polemisierende Wortwahl Tankdrivers (”Islam ist die Krankheit”, “Hass”) wohl zum Dialog beiträgt? Be-stimmt.
Auf der “Achse des Guten” verweigert Hannes Stein das Verlagern der Gründe für den Terror auf eine rein externe Ursache. Nicht die indische oder gar israelische Besatzungspolitik sei für die Massaker zu belangen, sondern viel mehr die Lage in Pakistan selbst.
Die Geschehnisse in Mumbai sprechen für einen schwachen bis hilflosen Geheimdienst in Indien und Pakistan.
Über den deutschen BND mokiert sich der Oeffinger Freidenker, da die “Gurkentruppe aus Pullach höchstens durch illegale Einsätze und Inkompetenz auffalle. Ganz so ineffizient kann der Geheimdienst allerdings nicht sein, gilt er doch als einer der effektivsten der Welt. Es wäre vielleicht vielmehr angebracht, ihn verstärkt zu kontrollieren anstatt einzelnen (fingierten) Ausrutschern aufzusitzen.
Etwas widerwillig kommentiert Lumma den Partei-Austritt Wolfgang Clements. Dieser wisse gar nicht, “wie die Herausforderungen der Zukunft für die Sozialdemokratie und für das Land aussehen”, er sei “vor allem geprägt von seinem Geltungsdrang und seinem Ego”.
Selbst die NachDenkSeiten lassen kein gutes Haar an Genosse Clement: Mit seinen Äußerungen disqualifiziere er sich nachträglich als Wirtschaftsminister, außerdem sei er ein “jähzorniger Egomane”, der “bei seinen häufigen Ausrastern völlig unkalkulierbar reagiert”.
Peter Richter ist der Meinung, Clement habe der SPD einen Gefallen getan, indem er den Schritt wagte, den sich die Ausschlusskommission nicht zutraute. Er zieht eine Parallele zu Lafontaine, wobei dieser natürlich genau das in der SPD vermisste, was Clement ausschließen wollte: das linke Element.
Für Don Alphonso ist das Clementinchen von nun an “nur noch der Lobbyist eines Grosskonzerns”. Empfehlung lautet: Eigene Partei Gründen. Für Menschen mit Parteibuch und ohne Überzeugung.
Auf Spreeblick wird auf das Verschwörungstheorien-Potential hingewiesen, das Barack Obamas neuer Stabschef Rahm “Rambo” Emanuel birgt. Sein Vater werde von einigen Verschwörungs-Bloggern als “zionistischer Terrorist” bezeichnet, Emanuel selbst Hitler- und Nazivergleiche angehängt.
Ein deutscher Obama wird von Christian Soeder aufgetrieben: Schäfer-Gümbel 09 – Yo isch kann.
Die Päpstin ist zurück: Nach der großen TV-Kritik von Rech-Ranicki und Elke Heidenreich hat letztere ihre Sendung nach der Feuerung durch das ZDF ins Internet verlegt. Don Alphonso kichert über den “Internetzwerg” Heidenreich und sagt großes Scheitern voraus. Welch Genugtuung, wenn ein Blogger mit seinen Nutzzahlen auftrumpfen kann, die selbst ein Promi Heidenreich nie knacken wird!
Auf Spreeblick sieht man das ganze Projekt etwas milder und positiver gestimmt.
Auch Nico Lumma findet’s gut – auch wenn er es natürlich schon lääängst und als Allererster vorgeschlagen hatte.
Bild: flickr.com (Stuti)









