Die Keynote mit dem Thema „Die Magie emotionaler Resonanz: Agenda Setting kollektiver Akteure“ des heutigen Tages hielt Professor Kruse der nextpractise GmbH. Kruse spricht nicht zu Unrecht über die erste große Völkerwanderung des Informationszeitalters.
Die Fakten sprechen für sich. Immer mehr Nutzer bewegen sich heutzutage im Netz, alleine Facebook verzeichnet über 10 Millionen User in Deutschland, soziale Netzwerke erleben nicht erst seit 2009 einen Boom. Die drei Top-Twitterer haben mehr „followers“ als Österreich Einwohner, jeden Tag enstehen 27,3 Millionen so genannte Tweets. 200 Millionen bloggen weltweit. Dass sich Kommunikationsstrategien stark verändert haben, zeigt ein Vergleich zu früheren Tagen. Wollte man sich vor zehn Jahren in der Welt ausdrücken oder hatte einen Impuls den man in die Gesellschaft tragen wollte, suchte man sich Netzwerke auf der Straße durch diverse Aktionen. Heute ist es umgekehrt: Handlungsmotive suchen sich keine Netzwerke mehr, sondern die Netzwerke suchen vielmehr nach handlungsfähigen Motiven und resonanzfähigen Themen. Die Netze greifen so in Themen ein und schaukeln diese auf. Kruse prophezeit: „was im kommunikativen Bereich auf die Politik zukommen wird, ist enorm,“ die Aufgabe „sei es heraus zu finden, welche Themen resonanzfähig sind“. Heute geht es um Sinnstiftung, triviale Resonanz wird nicht verlangt. Als Aufgabe konstatiert Kruse die Anneignung von Emphatie, „wir müssen untersuchen, wo sich die Handlungsmuster der Menschen hin bewegen.“
Festzuhalten ist, dass sich Themen schnell und expansiv über das Netz ausbreiten, auch ohne alte Medien und immer öfters ohne Hierarchie. Die Hauptaussage von Professor Kruse war, erstens die Bürger von Wählerstimmen zu weitgehend unkalkulierbaren Netzwerkaktivisten mutieren. Zweitens ist festzuhalten, dass wenn man taktische Kommunikation ohne Transparenz und Glaubwürdigkeit betreibt, mündet diese im PR-Gau. Und drittens: Die Kenntnis der emotionalen Resonanzen in der Gesellschaft sind wichtig.









