
Zum Abschluss der Seitensprünge fand bei fischerAppelt ein spannender Wettkampf statt. Unter dem Motto “Das beste Argument gewinnt” gab es drei Rededuelle. Am Ende eines jeden Duells stimmte das Publikum ab, wer mit seinen Argumenten am meisten überzeugen konnte. Außerdem gab der Medientrainer Frank Hartmann seine Bewertung ab. Er bewertete die rhetorischen Künste der Redner anhand einer Punkteskala von null bis zwölf. Wichtig waren neben Gestik, Mimik und Sprechtempo auch die Wahl der passenden Argumente.
Im ersten Duell traten die Bundestagsabgeordnete Gesine Lötzsch (Die Linke) und Dieter Volk (FDP) gegeneinander an. Das vorgebene Streitthema war die Zukunft der sozialen Marktwirtschaft. Während Lötzsch die Position einnahm, dass die soziale Marktwirtschaft das falsche System sei, vertrat Volk die Gegenposition. Beide hatten zunächst die Möglichkeit, ihren eigenen Standpunkt darzustellen. Anschließend konnten sie nochmal auf die Argumente des Gegners eingehen, um abschließend ein Schlussplädoyer abzugeben. Am Ende musste sich Lötzsch mit einer Niederlage von 0:6 geschlagen geben. Auch das Publikum entschied sich für Volk.
Das zweite Duell dagegen war schon weniger eindeutig. Es diskutierten Uwe Mazura von der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) und Hubert Weiger vom BUND. Das Streitthema war der Einfluss von Wirtschaftsinteressen auf die deutsche Politik. Dabei ging es vor allem um die Frage, ob industrielle Interessen nur Einzelinteressen oder aber auch die Anliegen der Allgemeinheit vertreten. Beide Redner brachten starke Argumente für ihre Position, so dass die Entscheidung für einen Sieger schwer fiel. Medientrainer Hartmann gab beiden jeweils sechs Punkte, und auch das Publikum entschied sich nur knapp für Weiger.
Zum Abschluss ging es um die Frage der politischen Kommunikation. Der Journalist Hans-Martin Tillack (Stern) und Lars-Christian Cords von fischerAppelt diskutierten über den Einfluss von Lobbying und PR auf politische Entscheidungsprozesse. Während Tillack Lobbying als “notwendiges Übel” beschrieb, punktete Cords mit seiner Darstellung von PR und Lobbying als Vermittlung von Argumenten an Öffentlichkeit bzw. Politik. Tillack versuchte mit Warum-Fragen seinen Gegner in die Enge zu treiben, Cords dagegen konnte durch seine Stärken im argumentativen Bereich überzeugen. Auch bei diesem Duell fiel die Wahl des Siegers nicht leicht: Hartmann bewertete beide mit fünf Punkten, die Auszählung im Saal dagegen ergab 35 zu 30 Stimmen für Cords.
Am Ende blieb die Frage: Wer ist nun der beste Redner? Nach langem Ringen verkündete Hartmann, dass Mazura sein persönlicher Favorit sei. Die entsprechenden Reaktionen im Publikum ließen nicht lange auf sich warten. Und so entbrannte eine weitere Debatte über den Einfluss von Wirtschafsinteressen auf politische Strukturen.








