Social Networks wie StudiVZ, Facebook und twitter erleben insbesondere unter den 12 bis 24-Jährigen einen Boom. Als Medium der Informationsbeschaffung nutzen 90 Prozent der 650 befragten Jugendlichen das Internet und publizieren ihre News im Netz. Dr. Jan-Hinrik Schmidt vom Hans-Bredow-Institut für Medienforschung stieg mit dieser repräsentativen Umfrage in seine Veranstaltung “Online-Kommunikation: Orientierung in Öffentlichkeiten des Social Web” ein und gab einen Überblick über die Nutzung von twitter&Co.
Warum nutzen immer mehr Menschen Social Networks? Eine berechtigte Frage, die Schmidt gleich zu Anfang zu beantworten versucht. Drei Gründe gibt es, sagt er, die für die Nutzung von Netzgemeinschaften sprechen. An erster Stelle: Identitätsmanagement. “Wir versuchen immer mehr unsere Interessen und Erlebnisse im Netz zu veröffentlichen, um unsere Person zu präsentieren.” Dass das Downloaden von privaten Bildern, das Schreiben von Pinnwandeinträge und das Posten von Online-Artikeln der Präsentation der eigenen Person dient, ist klar. Doch warum wird der Drang, sich im Netz zu entblößen, immer größer? Für Schmidt heißt die Antwort: Beziehungsmanagement. “Ob privat oder beruflich, wir nutzen das Netz, um mit Freunden und Kollegen in Kontakt zu bleiben oder neue Kontakte aufzubauen.”
Und was verändert sich durch das Identitäs- und Beziehungsmanagement, das täglich weltweit und millionenfach betrieben wird? “Es entstehen viele neue persönliche Öffentlichkeiten”, erklärt Schmidt. Während es bei der Gestaltung der eigenen persönlichen Öffentlichkeit um Authentizität und Kommunikation gehe, stelle die Adressierung an die klassische Öffentlichkeit natürlich vielmehr den Anspruch an Objektivität. Bei der Schaffung der persönlichen Öffentlichkeit stünde lediglich die Verbereitung von Themen im Vordergrund, die die eigenen Interessen abdecken.
Genutzt werden Soziale Netzwerke natürlich auch zur Informationsbeschaffung. “Das klassiche Model des Informationsbeschaffung funktioniert nicht mehr. Professionelle Experten wie Bibliothekare, Journalisten und Enzyklopädisten verlieren immer mehr an Bedeutung”, so Schmidt. Überflüssig wird ihre Arbeit deswegen aber nicht: “Die von Journalisten produzierte Öffentlichkeit ist ein wichtiger Bestandteil der persönlichen Öffentlichkeiten.” So sei zum Beispiel die Verbreitung von Artikeln auf Seiten wie Facebook und StudiVZ Gang und Gebe.
















