Lösung im Fall Jha in Sicht?

Nach den Vorfällen am Freitag (“KRWP und YCL auf gefährlichem Konfrontationskurs”) wurde am gestrigen Samstag ein weiterer Sprengsatz in der Nähe des Hauses von Vizepräsident Jha gefunden.

Dieser konnte durch das Bombenkommando der nepalesischen Polizei entschärft werden. Erneut soll die Kirat Republican Workers Party (KRWP) dafür verantwortlich sein. Eine offizielle Bestätigung gibt es allerdings noch nicht. In der Zwischenzeit konnten vier Verdächtige am Freitag vorläufig festgenommen werden. Sie sollen aus dem Umfeld der KRWP stammen.

Gleichzeitig gingen Unterstützer des Vizepräsidenten in Birgunj (Distrikt Janakpurdham) auf die Straßen. Sie protestierten gegen die Entscheidung des Supreme Court, Jha solle innerhalb einer Woche seinen auf Hindi geleisteten Eid auf Nepali, der offiziellen Amtssprache in Nepal, wiederholen. Bei den Protesten zündeten die Männer Reifen an und blockierten die Hauptverkehrsstraßen. Die Polizei musste mit Tränengas einschreiten und nahm vier Demonstranten fest. Die betroffenen Geschäfte, die am Vormittag wegen der Unruhen geschlossen wurden, konnten am Nachmittag wieder öffnen.

Premierminister Madhav Kumar Nepal erneuerte noch einmal seine Bitte, Jha solle seine strikte Ablehnung in diesem Fall noch einmal überdenken. Dieser entgegnete, dass er gerade unter dem Eindruck der Sprengsätze nicht zurückweichen werde. Die gesetzte Frist wird morgen auslaufen. Jha kündigte für heute Nachmittag eine Pressekonferenz an. Auf dieser könnte er mit einem denkbaren Kompromissvorschlag seine Kritiker besänftigen: An Stelle auf Nepali könnte er den Eid in (s)einem lokalen, nepalesischen Dialekt wiederholen. Weshalb Jha den Schwur nur auf Hindi ablegen will, ist weiterhin unklar.

Unabhängig von seiner Entscheidung und weiteren Ausschreitungen bezeichnen viele Nepalis die Situation weiterhin als ruhig. Man sei weit entfernt von einer Eskalation. Auf die Frage, ob sie die Sprengsätze nicht beunruhigen würden, entgegnen sie: “Während dem Kampf der maoistischen Rebellen gegen den König ging mindestens ein Sprengsatz pro Tag in die Luft. Die jetzige Situation ist also noch sehr ruhig.”

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