SPD-Eiertanz in Hessen

Die SPD führt einen verrückten Eiertanz auf. Ein heilloses Durcheinander herrscht in der Frage, ob die Genossen in Hessen Frau Ypsilanti mit Hilfe der Linkspartei ins Amt hieven sollen. Nicht irgendeiner, der SPD-Chef höchstpersönlich hat diese Wahlbetrugs-Variante im vertrauten Kreis ins Spiel gebracht. Seinen Generalsekretär ließ Kurt Beck aber ausrichten, es werde keinerlei Zusammenarbeit mit der Linken geben. Was denn nun?

Angesichts der Vielstimmigkeit und der bevorstehenden Richtungskämpfe müssten die Sozialdemokraten endlich Klarheit schaffen, am besten auf den nächsten Sitzungen von Präsidium und Parteivorstand. Die aber sind quasi öffentlich, weil geltungssüchtige oder taktierende Teilnehmer hinterher alles ausplaudern und die Medien jeglichen Richtungsstreit dankbar aufgreifen.

Was folgt daraus? Ein solch heikles Thema, bei dem die Genossen ihren Wählern dringend reinen Wein einschenken müssten, wird nicht umfassend erörtert. Aufgrund der Angst vor negativer Berichterstattung werden lieber neue Nebelkerzen gezündet. So aber werden die Sozialdemokratien nie die Gretchen-Frage beantworten, wie sie es mit den Postkommunisten halten.

Was lernen wir daraus? Weil die unterschiedlichen Flügelkämpfer gegenüber Journalisten nicht die Klappe halten können, wird eine wichtige Debatte nicht geführt, der Richtungsstreit in den Parteigremien nicht gelöst – und den Bürgern weiter Sand in die Augen gestreut.

Anmerkung der Redaktion:
Philip Baugut betreibt sein eigenes Weblog unter www.baugut.blog.de
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