Von Demagogen und terrorverdächtigen Kindern: Blogschau (2/IV)

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Der Überwachungskelch unserer Paranoia-Regierung wird in Zukunft wohl auch an terrorverdächtigen Kindern nicht mehr vorbeigehen. Der Aufschrei in der Blogosphäre ist wie zu erwarten gross. “Und irgendwann erzählen wir unseren Kindern dann, wie es mal war zu der Zeit in der man nicht als potenziell Verdächtiger geboren wurde”, meint Saint in einem Blog namens Kraftfuttermischwerk. Andernorts hofft man noch, dass es sich um einen jecken Scherz handeln mag.

Ähnliches Thema: Die von linker Seite beschlossene Datenerfassung von Berliner Schülern. Linda sieht das Recht auf informatielle Selbstbestimmung bedroht. Der Chaos Computer Club ruft indessen die Eltern zum Widerstand auf. Anne Roth hat einen Blick in den verabschiedeten Gesetzesentwurf geworfen: “108 Ja-Stimmen / 33 Nein-Stimmen / 1 Enthaltung. Halleluja.”

Spendenaufrufe hat man unter Bloggern schon des Öfteren gesehen. Manche sind allerdings dringlicher. Eine gerne ausgesprochene Mitleidsbekundung geht deshalb in diesem Falle an Lieblings-Sportblogger Jens Weinreich. Dessen Rechtsstreit mit dem DFB beruht darauf, dass er Theo Zwanziger als “unglaublichen Demagogen” bezeichnet hatte. Trotz juristischer Etappensiege schlaucht das Ganze natürlich und zehrt vor allem an Weinreichs Brieftasche. Mehr zu den Spendenmöglichkeiten hier.

Auch andere Blogger, auch wenn sie eigentlich so gar nichts mit Fussball anfangen können, haben sich bereits solidarisch erklärt. Stefan Niggemeier weist auf die kindlich anmutenden Forderungen Zwanzigers hin und auf den Rufmord, der an Weinreich begangen wird. Lukas bezweifelt die von Zwanziger hervorgehobene Verbindung zwischen “Demagoge” und nationalsozialistischem “Volksverhetzer”, die als weitaus wichtigster Anklagepunkt gelten dürfte.

Ursula von der Leyens mit lautem medialen Getöse zelebrierter Baby-Boom nur eine Lüge? Wolfgang Michal hat zumindest einige statistische Tricksereien der Familienministerin aufgedeckt. Auch Albrecht Müller moniert die unkritische Haltung vieler Medien angesichts der demographischen Fakten. Medienclinique analysiert gleich das allgemeine Krisenherbeigerede in Politik und Medien. Auch der Oeffinger Freidenker fragt sich angesichts von Konkursen und Rezensionen, wo eigentlich das Problem ist. Ob Politiker und Massenmedien also nun Krisen herbeireden oder Zahlen beschönigen: man kann es den Bloggern nicht recht machen.
Thomas Knüwer meint zu Frau von der Leyen:

Langsam gewinne ich den Eindruck, Ursula von der Leyen lebt in einer Welt, die andere nur durch den Einfluss halluzinogener Drogen erreicht. Das wäre noch die für sie positive Erklärung. Die weniger freundliche hat mit der Einstellung zur Demokratie zu tun.

Tja, so ist das mit der Statistik. Alles Interpretationssache.

Harte Kritik von Marco Kanne an Obamas Plänen, den “afghanischen Horrorknast” Bagram zu behalten. Obama sei eindeutig kein “schwarzer Messias” sondern auch nur ein machtversessener Politiker wie alle anderen. Was bei Bush heftig kritisiert wurde, werde nun einfach so hingenommen, meint das Antibürokratieteam. In Bezug auf die Blogosphäre stimmt das natürlich nicht ganz, die Kritik an Obamas Kurs ist beträchtlich.

Etwas abseits bewegt sich der Spiegelfechter diese Woche und zeigt sich als Fan von Geschichten über befremdlich-skurrile Todesfälle.

Don Alphonso spricht in seiner Eigenschaft als faz.net-Blogger über das Ableben der Vanity Fair und erfährt Huldigung von Seiten des weissgarnix-Blogs.

Chris verfolgt die Erfolgsgeschichte des Rudolf Scharping weiter und siehe da, er zieht offensichtlich als schlechter Berater der Milliardärin Schaeffler die Fäden.

Des Altkanzlers kleiner Ausflug nach Iran ist für Zettel eine rein geschäfltiche Angelegenheit. Es gehe hier weder um private noch politische Angelegenheiten, Schröders Status würde einfach ausgenutzt um ihn als “Einflussagenten” einzusetzen. Insofern kann man die Ehrenbezeichnung “Altkanzler” eigentlich gerne auch gleich weglassen. Laut Liza outet sich Schröder mit seiner Reise endgültig als “Lobbyist für Israels Feinde”. Naja, so weit wird er wahrscheinlich gar nicht erst gedacht haben.

Bild: flickr.com (Carmine)

Eine Antwort zu “Von Demagogen und terrorverdächtigen Kindern: Blogschau (2/IV)”

  1. Gerd Otto sagt:

    Heimlicher Plan ” B ” der Bundesregierung sieht vor : Totalinflation ! Sprich : Geldentwertung ! Wenn ” Plan A ” – die momentane Milliardenschleuder ( von nicht vorhandenen Geldern – Monopoli ) nicht klappt – was voraus zu sehen ist . Die einzige Chance dieses Staates, die Billionenverschuldung elegant zu lösen – Geld ist ab Tag X nichts mehr wert – man fängt mit O – mit einer neuen Währung wieder an ! Ergo : Geld in Sicherheit bringen !

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