„Lange Kommissionsnamen werden von den Journalisten in eine Kurzform gebracht, entweder nach dem Ort oder der Person benannt.“ Dieses Zitat stammt aus dem Munde von dem Mann, der in Deutschland die Reformkomission des Arbeitsmarkts federführend geleitet hat: Peter Hartz. Es ist in letzter Zeit ruhig geworden um Ihn. Er lässt sich nur selten in der Öffentlichkeit blicken, man hat den Eindruck, er genießt seine zunehmende Anonymität. Diese hält allerdings höchstens solange, bis er sich namentlich vorstellt. Das Wort „Hartz 4“ wurde 2004 Unwort des Jahres, steht wie kein anderes als Synonym für die Angst vorm sozialen Abstieg.

Wer Peter Hartz im Kamingespräch „Reformbilanz“ mit Interviewer Daniel Goffart (Handelsblatt) erlebt, weiß schnell, daß Peter Hartz alles ist, aber sicher nicht unsozial. Auf die Frage, wie er damit umgeht, daß sein Name mit Stichwörtern wie „soziale Kälte“ in Verbindung gebracht wird, antwortet er bedrückt, „sowas lasse einen nie los“. Die Antwort ist ehrlich, seine Augen sprechen eine deutliche Sprache. Die Zusammenlegung von Sozialhilfe und Arbeitslosengeld zum Arbeitslosengeld 2 war die wohl wichtigste Neuerung. Er erzählt, daß es in diesem Land einiges besser funktionieren würde, hätte man seine Reformen 1:1 umgesetzt. Und er betont, kein Politiker zu sein. Peter Hartz erzählt von seinem eigenen Arbeitsleben, er begann als 14 jähriger eine Ausbildung nach der mittleren Reife, und begründete seine spätere Karriere auf dem zweiten Bildungsweg. Sein Arbeitstag habe lange Zeit 16-18 Stunden gehabt, nun im Ruhestand habe er sein Pensum auf 8 Stunden zurückgeschraubt. Ein Mensch, der es gut mit Ihm meint, hätte Ihm dies ans Herz gelegt. Trotzdem bedient er sich nicht der „Methode Sarrazin“. Kein einziges Mal im Gespräch geht ein Vorwurf in die Richtung von Langzeitarbeitslosen. Prof. Hartz sieht diese zwar als Problem, formuliert dies aber nicht als Vorwurf. Interessant wird heute Nachmittag der Auftritt Thilo Sarrazins. Der „klassische Sarrazin“ kann sich wohl nicht aus seiner Haut, und wird die ein oder andere polarisierende Thesen in den Raum werfen. Oder hat der Vorstand der Bundesbank Ihm Kreide in sein Mittagessen gemischt?
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Jeremias Kettner im anschließenden Interview mit Prof. Hartz
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Ich frage mich, warum bestimmte privilegierte Amtsträger in Deutschland nicht die moralische Haltung besitzen sich die Kugel zu geben, um die Ehre ihres Amtes wieder her zu stellen.
Schon die DDR-Bonzen haben durch ihr Verhalten nach der Wende demonstriert, dass das Regime alles Lüge ohne Haltung war.