Ergebnisse der 1.Session “Rückblick Online-Wahlkampf 2009″

Podiumsdiskussion "Fazit Online-Wahlkampf 2009"Podiumsdiskussion "Fazit Online-Wahlkampf 2009"Podiumsdiskussion "Fazit Online-Wahlkampf 2009"

Julius van der Laar stellt heraus, dass Barack Obama die US-Präsidentschaftswahlen nicht im Internet gewonnen hat. Ausschlaggebend waren die politischen Inhalte, die im Gegensatz zur Politik von Bush und McCain etwas völlig Neues und Frisches darstellten.

Der größte Fehler des Onlinewahlkampfes 2009: Viele Taktiken aus den US-Wahlen wurden auch in Deutschland übernommen, ohne jedoch zu analysieren, was funktioniert und was nicht. Nicht die Tools fehlten, sondern die zündenden Inhalte.

Steffen Hennewig analysiert die Fehler der CDU im Onlinewahlkampf 2009. Er kommt zu dem Schluss, dass virale Kampagnen fehlten.  Eine feinere Abstimmung der Online-Formate mit den Formaten der traditionellen Medien fehlt seiner Meinung nach.

Robert Heinrich ortet den größten Fehler der Grünen im Bundestagswahlkampf 2009 in der Stimm-Enthaltung im Bundestag bei der Abstimmung zu den Netzsperren.

Im Netz konkurrieren die Parteien nicht miteinander sondern mit der Gesamtheit des Informationsangebots im Internet. Um Leute zu überzeugen, dass eine Partei eine gute Politik macht,  muss im Netz in erster Linie Aufmerksam generiert werden.

Parteien tun sich prinzipiell mit Dialog schwer, das hat nichts mit dem Medium Internet zu tun. Die Parteien verpassen die Chance, eine Beziehung mit dem Wähler aufzubauen.

Mathias Richel vermisste im Onlinewahlkampf 2009 partizipatorische Formate. Er erkennt das Problem im traditionelle “Sender-Empfänger-Prinzip”, das keinen echten Dialog zulässt.

Der Erfolg einer Online-Kampagne á la Obama hat sehr viel mit der politischen Stimmung im Land zu tun. Es muss ein “Movement”, eine geistige Bewegung, auf der Straße stattfinden, und diese Stimmung dann ins Netz transportiert werden.

Internetpräsenz wird in der Politik viel zu oberflächlich definiert. Richel vermisst eine tatsächliche politische Auseinandersetzung im Netz – auch über das gesamte Themenspektrum hinweg und nicht nur mit netzpolitischen Themen.

Bodo Ramelow erklärt, dass zwischen den Akteuren von Online- und Offline-Wahlkampf Welten liegen. Diese Diskrepanzen müssen überwunden werden. Durch die Online Medien habe  sich aber die Kommunikation mit der Partei insgesamt verstärkt. Wenn Parteien nicht auf die Veränderungen der Medienlandschaft eingehen, werden sie schnell abghängt. Sie werden nicht mehr von den Leuten, mit denen sie eigentlich kommunizieren wollen, erkannt.

Ein Online Wahlkampf ist die Zukunft, und keinesfalls die Gegenwart. Eigene Parteimitglieder verstünden nicht was da passiert im Netz und welcher Dienst welchem Zweck zuarbeitet. Innerparteilich funktioniert die Kommunikation besser, durch Blogs, Netzwerke ect.

Helmut Metzner von der FDP lobt, dass seine Partei schon von Anfang an im Netz vertreten gewesen sei. Eine Ausrichtung muss mehr auf zentrale Botschaften gerichtet werden. Es fehlen noch die konkreten Konzepte um einen Hype im Netz auszulösen.

Mehr zur Podiumsdiskussion gibt es im Stream.

Fazit zum Bundestagswahlkampf OnlineFoto: Rabenvater

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