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I) Wie erreicht man Nutzer außerhalb der Partei?
Ute Pannen, ihres Zeichens Social Media Expertin, bietet dafür eine klassische Verknüpfung von Online- und Offline-Aktivitäten an. Konkret fordert sie bestehende Kontakte innerhalb des Netzwerkes auf, auch Freunde einzuladen und z. B. zu einer Party mitzubringen.
Außerdem stellt sie die Botschaft ins Zentrum einer Kampagne – ohne Inhalte kann Politik auch nicht im Web 2.0 funktionieren.
Jochen König (ex-StudiVZ, Macher von der Wahlzentrale) setzt auf den unmittelbaren Zugriff. Fragen an Politiker müssen mit einem Click möglich sein, genauso wie Basis-Informationen zu den Personen (Profile) unkompliziert verfügbar sein müssen. So können auch User mit einem geringen Interesse an Politik mobilisiert werden.
Im Falle der Wahlzentrale hat das funktioniert, auch weil wirklich alle im Bundestag vertretenen Parteien mitgewirkt haben.
Jimmy Schulz (FDP), der als Politiker quasi aus der Praxis kommt, setzt auch auf die Verbindung von klassischem Straßenwahlkampf und Social Media.
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II) Was sind die Grenzen politischer Kommunikation im Netz?
„Die Wahl wird nicht im Netz gewonnen“ – dieser Aussage stimmen alle zu. Die Mehrheit der Stimmberechtigten ist nicht im Web 2.0 oder überhaupt nicht im Internet unterwegs. (Jochen König)
Follower/Fans/Unterstützer-Zahlen sagen nichts über tatsächliche politische Aktivität der Bevölkerung aus, vgl. historisch niedrige Wahlbeteiligung 2009.
Online-Kampagnen können generelle Politikverdrossenheit nicht auffangen. Dafür muss die Botschaft stimmen. (Ute Pannen)
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III) Wie sind die Perspektiven für politische Inhalte im Netz?
Bei allen Aktivitäten im Social Media – Bereich ist Nachhaltigkeit gefragt. Nur zum Wahlkampf twittern verärgert netz-affine Wähler. Aber „das Netz vergisst nicht“, sagt Jörg Tauss. Die Netz-Arbeit einzelner Politiker wird im Internet also zwangsläufig transparent.
Bis zum nächsten Wahlkampf 2013 muss die Zeit genutzt werden, um herauszufinden, wie politische Kommunikation dauerhaft in Sozialen Netzwerken verankert werden kann. (Jochen König)
Das Wählerinteresse hat sich spezifiziert, ganz breite Gruppierungen können in einem Wahlkampf nur noch schwer erreicht werden. Gerade im Netz hat sich das Interesse zu Nischenthemen verlagert. (Ute Pannen)
Soziale Netzwerke bieten auch für Politiker die Möglichkeit, unmittelbar und damit authentisch mit den Wählern in Kontakt zu treten. Authentizität ist also die größte Chance. (Jochen König)
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Abschluss-Thesen der Podiumsgäste
Jimmy Schulz: Informationen werden mittelfristig vor allem über Soziale Netzwerke abgerufen. Internet-Nutzer werden bald nur noch Informationen abrufen, denen sie vertrauen, die also z. B. von einem bekannten Kontakt stammen.
Ute Pannen: In Sozialen Netzwerken geht es darum, dass Menschen miteinander kommunizieren. Online- und Offline-Kampagnen müssen deshalb verbunden werden.
Jochen König: Im letzten Jahr wurde zwar die Nutzung sozialer Netzwerke professionalisiert, die Kommunikation gleichzeitig entprofessionalisiert. Es muss aber Authentizität hergestellt werden – da liegt das größte Potential!
Jörg Tauss: Dialoge im Web 2.0 sind eine Riesen-Chance für die Politik. Wir befinden uns in einer Entwicklung und es wird spannend zu sehen, wo die Parteien und Politiker bei der nächsten Bundestagswahl stehen.
Weitere Informationen in unserem Spezial zu Politik in Social Networks und zum PolitCamp 2010.
Fotos: Rabenvater
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[...] war mir ein Ehre neben solch prominenten Namen Teil des Programms des von Jochen König initiierten und organisierten Paussauer Seminars zu “politischer Kommunikation im Web” [...]