Finanzkrise, Telefonstreiche und verfrühter Karneval: Blogschau (09/IV)

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Ich bin sehr froh, dass nicht nur ich nicht ganz verstehe, was es genau mit der Finanzkrise auf sich hat.
René von Spreeblick (mit Wirtschaftsabi) hat mir gezeigt, dass ich nicht alleine bin. Anfang der Woche bittet er seine schlauen Leser um Rat, mit dem Ergebnis, dass es nach einer kurzen Warmlauf-Phase Antworten und lesens- bzw. hörenswerte Kommentare und Hinweise hagelt.
Auch die Bild-Zeitung erklärt die Finanzkrise. Es wird behauptet, dass das Umlageverfahren die beste Altervorsorge darstelle – und damit laut den Nachdenkseiten immerhin teilweise die Wahrheit gesprochen.
Und was ist mit den 300 Millionen, die die KfW überwiesen hat? “Kein Mitarbeiter der KfW hat in seinem Arbeitsvertrag eine Klausel das er lesen können muss oder das es gar notwendig sei, Finanznachrichten zu verstehen”, meint Jochen Hoff gewohnt sarkastisch und will damit wohl sagen: Feuert sie alle! Diesbezüglich dürfte er ausnahmsweise mal einer Meinung sein mit Achse-des-Guten-Blogger Richard Wagner. Der sieht ob des Leichtsinns computergesteuerter Überweisungen schon das Ende der westlichen Welt nahen. Drei Vorstandsmitglieder zu entlassen genüge indes nicht, der ganze “Kegelverein” müsse gehen: Hier gälte es ein “Exempel zu statuieren” und einige Nichtstuer zur Ordnung zu rufen.
Das CDU-Blog blickt inzwischen schon in Richtung Zukunft der Wirtschaft: “Es kann und darf niemals darum gehen, die Wirtschaft so einzuengen und in ihrer Freiheit zu begrenzen, dass ihr ein Schaden entsteht- dieser Traum der Sozialisten wird sich nicht erfüllen.” Wie es aussieht, wird sie sich vorher schon selbst gemeuchelt haben.

Der quartalsweise ausposaunte Hitlervergleich kommt dieses Mal von Helmut Schmidt und trifft Oskar Lafontaine. Alter macht nicht zwingend weise, meint der Oeffinger Freidenker. Frédéric ist ebenfalls der Meinung, dass der “alte Herr” die Presse einfach zu lange als sein verlängertes Wohnzimmer betrachtet habe, macht sich aber mehr kritische Gedanken über den von Schmidt hinzugefügten Vergleich Lafontaine – Le Pen. Verständlicherweise, denkt man doch bei Jean-Marie Le Pen an kaum wiederzugebende Äußerungen rassistischer und sexistischer Couleur – für die er des öfteren zu Geldstrafen verurteilt wurde. Im Vergleich dazu bleibt Lafontaine doch ein recht harmloser ‘Populist’, zu dem die deutschen Medien ihn gemacht haben.

Ein Telefonstreich der besonderen Sorte wird Andrea Ypsilanti gespielt. “Zu unprofessionell und einfältig erscheint die ehemalige Stewardess im Dialog mit dem vermeintlichen Müntefering”, meint das CDU-Blog dazu.
Für den Oeffinger Freidenker riecht die Aktion nach “Kampagnenjournalismus”. Es hinterlasse einen schlechten Beigeschmack, dass kein CDU-Politiker, namentlich Herr Koch, auf diese Weise hinters Licht geführt wurde.

Zum Wochenende hin macht Köln von sich reden. Bereits im Vorfeld der Kundgebung und “Konferenz” der ‘Bürgerbewegung pro Köln’ geht es in Blogs und Medien hoch her. Vor allem die Proteste linksgerichteter Gegendemonstranten konnten verhindern, dass die Veranstaltung stattfindet. Für das Blog Zettels Raum sind dies “SA-Methoden”, mit denen die “Autonomen” das Verbot der Veranstaltung erzwungen haben. Es schießt damit in dieselbe Richtung wie, wer hätte das gedacht, Henryk M. Broder.
Dieser bringt wie zu Erwarten ein ähnlich Antifa-kritisches, gewohnt vulgärpopulistisches Statement. Der köllsche Jeck könne einfach die nächste Faschingszeit nicht abwarten und mache deshalb jetzt schon Krawall, obwohl weit und breit keine Nazis und Rechtspopulisten zu sehen gewesen wären. “So ist das mit dem Antifaschismus heute: Er blüht und gedeiht mangels an Faschisten, jeder Sesselpupser ein Widerstandskämpfer.” Puh.
Frank hingegen bedankt sich bei eben diesen jecken Kölnern dafür, dass “die braunen Atzen im bürgerlichen Negligé von euch so herrlich defaced wurden”. Und Fefe wird ebenfalls ganz warm ums Herz.

Bild: flickr.com (deNNis gErbECkx)

5 Antworten zu “Finanzkrise, Telefonstreiche und verfrühter Karneval: Blogschau (09/IV)”

  1. alex sagt:

    “Ich bin sehr froh, dass nicht nur ich nicht ganz verstehe, was es genau mit der Finanzkrise auf sich hat.”

    Wennn man diesen Film gesehen hat, versteht man es schon viel besser:

    http://www.videogold.de/money-as-debt-geld-als-schuld/

  2. Nicht nur 300 Haselnüsse sind verloren, sondern inzwischen mehrere Tausende von Milliarden Dollar, da das sich täglich immer mehr akkumuliert hat, was die Bankiers so in den Sand gesetzt haben.
    Die Anregung: Silvio Gesell neu studieren und Karl Marx dazu und aus beiden Gebäuden eine Fusion vorschlagen für die Finanzwelt, die ihr natürlich nicht schmecken wird. Da wir aber jetzt mit der
    ggfs. einspringenden “rettenden Staatshand” am längeren Hebel sitzen, werden die bislang so neunmal klugen Bankiers in den sauren Apfel ihrer teilweisen Abschaffung beissen müssen. Wer wie auch FBI feststellt, Land und Leute betrügt – und die ganze Welt obendrein dazu – der darf keinerlei Gnade erwarten: Also Einsetzen eines Arbeiterrats aus den Gewerben und Industrien in alle Bankvorstände, ohne Honorar, nur nomral bezahlt, rumpelhafte Banken werden geschlossen, alle freien Banken werden verstaatlicht, der Zinseszins wird als Mahsstab für Kreditbezahlung abgeschafft, ersatzlos gestrichen, andere Honorare menschlicherer Art festgelegt. Die Währungen der Welt werden gleichgestellt allen Waren und Gütern, die ja alle verderblich sind oder weitere Kosten verursachen, d.h. alles Geld wird jährlich kontrolliert einer Deflation von einem bestimmten, variabel festsetzbaren Prozentsatz unterworfen, nur bis zu jenem jährlichen Stichtag wird es möglich sein, damit zu handeln, dann wird es verfallen, falls noch nicht umgewandelt in Käufe und Beteiligungen etc. Alle Sparten der Industrien werden einem kontrollierbaren und transparenten Gesamtplan unterworfen, der nur für drei Jahre gilt, neben einem längerfristigen neunjährigen Wirtschaftsplan, um so der Überproduktion und der Verzettelung in karierten Blödsinn vorzubeugen, was immer wieder zu den gehabten Erscheinungen geführt hat, während ein Teil der Welt im Dreck vegetiert und hungers krepiert. – Alle Bodenspekulation wird verboten durch Übernahme allen Grund un Bodens in die Hand des Staatspräsidenten, zur Lehensvergabe an sinnvolle Verwendung nachweisende Pächter, Grund und Boden nicht mehr veräusserlich, nicht mehr begebbar. Damit auch Aus und vorbei mit allen Hypotheken.- Die Geldmengen werden kontrolliert von harter Hand und dürfen nicht verändert werden, auch Wechselgeschäfte – mit quasi Geldschöpfungs-Funktion – werden unterbunden, alle Börsen werden nur noch einmal in der Woche zehn Stunden geöffnet und ansonsten von Arbeiterräten aus den Gewerben und Industrien überwacht, deren Regulatorien schärfster Art einzuhalten sind.
    Vor allen Banken und Börsen hat die entsprechende Whermacht/Bundesehr/Militärmacht der Länder Aufstellung zu nehmen und dies auch in friedlicheren wirtschaftlichen Zeiten durch Einrichtung von Postenhäuschen und einem hochgestellten Panzer, dessen Kanone in das Bankhaus bzw. auf die Börse zeilt,zu dokukentieren. Diese Änderungen des Wirtschaftsablaufes werden in alle Grundgesetze der Länder der Welt aufgenommen und sind für alle Zeit ebenso unabänderlich wie die Menschenrechte und die Grundfreiheiten der Bürger. Gemeinwohl geht vor Partikualrinteresse.-
    Schalom! —hdito ~*~

  3. Bundesminister zunehmend in der Bedrängnis. Krise rumort auch in Europa. Daher parat halten: Bankenverstaatlichung und Projektfinanzierung für halbstaatl.Unternehmen zum Auffangen der kommenden echten Massenarbeitslosigkeit.
    —————————————————————–
    Parat halten sollte man dagegen Verstaatlichung aller Banken, auch der Notenbank in Frankfurt. Es kann nicht lustig auf verschiedene offene und verschleierte Weise Geld gedruckt werden, Aufblähung der Geldmenge führt zum totalen Zusammenbrauch der Wirtschaft – wegen Kaufkraftschwund. -

    Parat halten muss man auch die Projektfinanzierung von halbstaatlichen zu gründenden Unternehmen zur Beschäftigung nützlicher und produktiver Art für die kommenden neu und erst so richtig anschwellenden Massenarbeitslosigkeiten in allen Ländern mit Zinseszinswährungen.
    Und wenn irriger Weise die Zinsen noch hinauf gesetzt werden, dann ist der Kollaps schon beschleunigt voll da.
    Alle alten Rezepte von 1929-31 versagen, wie sie damals versagt hatten.
    Durch die Aufrüstungspolitik Hitlers mit Versprechen von Land und Bodenschätzen im Osten und Süden ist das Ganze damals so-la-là abgebogen worden, aber nicht gelöst worden.

    Erst jetzt stehen wir – vor der gleichen Aufgabe – und nun können wir nicht mehr die Rüstungsschraube anziehen. Ganz so blöd sind die Menschen nimmer, selbst nicht in den VStA.

    Also Wiedergewinnung der Währungshoheit mit rigoroser Kontrolle der zu verstaatlichenden (siehe oben) Banken, Verbot aller Spekulationen widersinniger und irrsinniger Art,
    Abschaffung der Bodenspekulation und Börsenspekulation,
    Abschaffung von Zinseszins und Bankenwillkür, Arbeiterräte mit paritätischer Gewalt in allen Betrieben, zuvorderst in den Banken und Börsen, und Staatspläne zur Ankurbelung der Wirtschaft für nach dem nun unvermeidlichen Wirtschaftskollaps, der ja nicht eingetreten wäre, wenn man die Lehren Silvio Gesells und Karl Marx’s rechtzeitig und neu bestimmt und gereinigt angewandt hätte, was nicht geschehen ist.
    Man hat sich selbst den Bauch mit body lotion bebinselt und Gott einen guten Mann sein lassen. So kann man die Welt nicht regieren, alle Regierungen Europas und Amerikas müssen sofort abgewählt werden und die Geld- und Bodenreform ist jetzt durchzuführen. Wann sonst, wenn nicht jetzt? Das ist DIE geschichtliche Changce, die einzige, die das Abendland noch hat. Sonst ist S-e-n-s-e ! -
    —hdito ~*~

  4. Die Basis-DD sagt:

    Ja bluaMauritius ich gebe Dir vollkommen recht.
    Jetzt sofort muss dies geschehen und das mit aller Macht des Volkes, auf demokratischen Wege!

    Es ist keine Werbung! Es ist ein Aufruf!

    Ich habe eine neue Partei entdeckt die mir nun endlich ( nach jahrelangen Politfrust ) echte Alternativen aufzeigt:

    Was unterscheidet die Partei “DIE BASIS” von anderen Parteien?

    * Politische Ideen und Entwicklungen werden “unten” entwickelt, diskutiert, entschieden
    * Repräsentanten der Partei sind Botschafter entschiedener politischer Ideen und Entwicklungen
    * Keine Filterfunktion durch Einzelpersonen oder Gremien, Gesamtheit entscheidet
    * Sammlungsbewegung demokratisch denkender Parteien und Initiativen
    * Politik vom Volk für das Volk.

    Was vertritt die Partei “DIE BASIS”?

    International

    * Europäischer Staatenbund mit freien und unabhängigen Nationalstaaten
    * UN- Menschenrechte
    * Friedliche Koexistenz der friedlichen Staaten
    * Militärische Aufrüstung und Einsatz führt zum Krieg
    * Ablehnung der NATO
    * Keine ausbeuterische neokolonialistische Politik
    * Menschengerechte Arbeitsbedingungen
    * Keine EU- Regierung, Volksabstimmung über Vertrag von Lissabon
    * Förderung von Mikrokrediten, Hilfen zur Selbsthilfe
    * Fairer Welthandel mit Überlebensfähigkeit des Mittelstandes

    National

    * Stärkung des Staatswesens
    * Arbeitsplatzschaffung durch staatlich geförderte Unternehmen
    * Mitteleinsatz in dieser und für diese Gesellschaft nach Leistungsfähigkeit
    * Humanorientierte Ausgleichsgesellschaft
    * UN- Menschenrechte
    * Politik von unten nach oben
    * Verantwortung nach Potential
    * Deutschland wird eine Verteidigungsgemeinschaft
    * Praktizierten verantwortungsbewussten Umwelt-, Natur- und Tierschutz
    * Anti- AKW, umweltgerechte Energieerzeugung
    * Abbau der Staatsschulden durch Sonderabgabe
    * Einführung menschengerechter Sozialstandards anstelle Zuteilung nach Kassenlage
    * Verteilungsgerechtigkeit
    * Gemeinsinn
    * Lebenswertes Leben für jeden
    * Recht auf Arbeit
    * Fairer Welthandel
    * Neue Demokratie
    * Militärische Abrüstung
    * Souveränität, auch in der EU
    * Reduzierung Einfluss internationale Vereinigungen
    * rechts-links ist dummes Schubladendenken – Aufgaben, Probleme, beste Lösungen sind niemals rechts – links.

    Wer ist durch die Partei “DIE BASIS” angesprochen?

    * Alle Bürger mit Gemeinsinn
    * Bürger mit Sinn für Gerechtigkeit
    * Bürger mit Mut zum Mitmachen
    * Demokratisch denkende Bürger

    Die Partei “DIE BASIS” hat eine Parteizeitungsseite, die hier zu erreichen ist und eine Forumsseite, auf der politische Inhalte abgestimmt werden. Hier ist die Partei “DIE BASIS” zu erreichen.

    Jetzt raus aus den bequemen Sesseln, aufhören mit jammern und das Schicksal gemeinsam in die Hand nehmen! Nicht abwinken sondern mitwirken!

  5. Die Zukunft des Wirtschaftens? Findet mit großer Wahrscheinlichkeit eher regional statt. Überschaubare und für den einzelnen beeinflußbare Bereiche statt undurchsichtige, allein auf globale Vorgänge ausgerichtete Strukturen. Von Leopold Kohr gibt es interessante Gedanken, die in der Aussage gipfeln: Alles, was zu groß geworden ist, wird instabil und geht kaputt. Könnte man das nicht auch als Begründung für die derzeitigen Anfänge einer globalen Finanzkrise sehen?

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