Blogger und die Demo in Berlin

demo.jpg

Nach den ganzen originellen und oftmals recht witzigen Kampagnen, Videos und Aktionen, die in den vergangenen Wochen in der politischen Blogosphäre kursierten, hätte man meinen können, dass auf einer Demo gegen Online-Durchsuchung und Vorratsdatenspeicherung ein eigener riesiger Blogger-Block aufmarschieren müsste. Doch wie sah es im realen Leben aus, als am Samstag die Demonstration „Freiheit statt Angst“ in Berlin stattfand? Bereits im Vorfeld gab man selbst im “Antiterror-Blog” zu, lieber am heimischen PC bleiben zu wollen. Grund: „Demonstrationen machen meiner Meinung nach politisch nur Sinn, wenn sie eine allgemeine Zustimmung der Bevölkerung demonstrieren. Und diese breite Zustimmung gibt es nicht, da muss man ehrlich sein.“
Unverständnis herrschte bei einem Kommentator, denn „Demos sind ja nicht nur ein Versuch direkt an die Herrschenden zu appellieren, sondern vor allem ein Versuch die öffentliche Meinung zu beeinflussen genauso wie Dein Blog.“

Im Nachhinein gab es Enttäuschung ob der schlechten Berichterstattung vieler Nachrichtensender und –Blätter. Vielfach wurde von falschen Teilnehmerzahlen und Demo-Verläufen berichtet. Als erschreckend empfanden das unter anderem die Blogger von Spreeblick: „Ich glaube nicht an Verschwörungen. Aber ich glaube an Bequemlichkeit, an Fehlfokussierung, an Praktikanten, die am Wochenende die Arbeit der Redakteure erledigen (und sonst auch) und da war doch noch was? Ach ja: An Dummheit glaube ich auch.“

Für Verwirrung sorgten die verschiedensten Zahlenangaben, schließlich „ spricht Indymedia von 20.000, Politblog von 15.000, der Veranstalter von 10.000, die Polizei von 8.000, der Stern von 2000 Demonstranten.“ Dem erwidert der Versammlungsleiter und Organisator der Großdemonstration Ricardo Cristof Remmert-Fontes auf wortfeld.de, dass er „mittlerweile verbindlich mitteilen (kann), dass mehr als 15.000 Demonstranten in Berlin waren. Dies wurde am Ende von der Einsatzleitung der Polizei bestätigt.“

Und was war mit anderen „Blockern“? Gegen Ende der Demonstration kam es wie üblich zum Handgemenge zwischen schwarzem Block und Polizei. Für manche Blogger steht fest, „dass die Berliner Polizei den strikten Plan hatte, den Block anzugreifen, da es politisch nicht gut aussieht, wenn der böse schwarze Block lieb bleibt.

Auf netzpolitik.org hieß es: „Für die ausgelebten Aggressionen von Teilen des “schwarzen Blocks” habe ich wenig Verständnis.“
So und ähnlich lautet der Tenor, wenn es um die Radikalen geht, und einen Ratschlag gibt es noch obendrauf: „Mein Tipp an den Schwarzen Block: Auflösen, Banklehre machen. Oder auf Sysadmins umschulen. Falls deren Begehr tatsächlich ein Systemsturz ist, das wäre sicherlich der effektivere Weg.“

Fazit: In Anbetracht der vielen Berichte und Fotostrecken auf verschiedenen Blogs sind wohl viele Blogger selber vor Ort gewesen. Und die Meinungen sind insgesamt positiv: “Diese Demo war groß und deutlich. Und ich bin froh dort gewesen zu sein.”

Bildquelle: flickr.com (ksfoto)

Eine Antwort zu “Blogger und die Demo in Berlin”

  1. Holo_ sagt:

    Das kommt mir bekannt vor:
    http://g8-tv.org/clip.php?clipId=1699

    Gruß
    Holo

Hinterlasse eine Antwort