Nach mehrtägigen Streikmaßnahmen der Lokführer einigten sich die Vertreter der GDL und des Bahnvorstandes auf eine erneute Aufnahme der Gespräche. Ziel sei es, ohne weitere Streiks zu einer gütlichen Einigung zu gelangen. Wie realistisch ein Erreichen dieser Ziele in naher Zukunft ist, gehört zu den vielfältigen Themensträngen, die in der politischen Blogosphäre aktuell diskutiert werden.
Nach den vorangegangenen Gesprächen der beiden Parteien halten viele User eine schnelle Einigung für eher unwahrscheinlich. In einem Beitrag wird als Vergleich zum Streit zwischen Bahn und GDL sogar der Hollywoodklassiker „Der Rosenkrieg“ herangezogen, der die Auseinandersetzung eines verstrittenen Ehepaares bis zum bitteren Ende dokumentiert.
Stimmen zum eigentlichen Streik rangieren zwischen Solidarität mit den Lokführern bis hin zu Ablehnung aufgrund der schädlichen Auswirkungen auf die Wirtschaft des Landes. Ein User ist entsetzt, „wie rücksichtslos die GDL ihre Erpressungen durchsetzt“. Die Mehrheit scheint allerdings hinter den Streikenden zu stehen. Es herrscht Unverständnis für die harte Linie des Bahnvorstandes, da die Umsätze eine Lohnerhöhung für die Lokführer durchaus zulassen würden. Und diese seien doch schließlich diejenigen, die diese Umsätze erwirtschafteten.
Ebenfalls Unverständnis ernteten die einzelnen Vertreter des Bahnvorstandes nach einer Offenlegung ihrer Gehälter und deren Steigerungen über die letzten Jahre. Ein User zitiert den Spiegelbericht, der besagt, dass Bahnchef Mehdorns Gehalt sich im letzten Jahr mehr als verdoppelt habe, was mit einer Umsatzsteigerung von 20% begründet wurde. Warum der Bahnvorstand den Lokführern eine Erhöhung von 10% nicht zugestehen will, kann er nicht verstehen. Ein anderer User bringt als Vergleich die vor kurzem beschlossene Diätenerhöhung im Bundestag: „Mit der Steigerung der Abgeordnetenbezüge für den Bundestag haben sich die MdBs mit 9% mehr gegönnt, als die Lokführer mit 20% bekommen würden.“
Selbstverständlich fand auch die Diskussion über die Verantwortung eines Lokführers ihren Weg in die politischen Blogs. Einige Stimmten stellten den Beruf auf eine Stufe mit anderen Personenbeförderern wie Busfahrer und Piloten. Die Mehrheit lehnte das jedoch ab, da die Ansprüche dieser Berufe doch erhebliche Unterschiede aufwiesen. Ein darüber besonders erboster User bewertete die Vorraussetzungen für den Beruf als Lokführer nicht besonders schmeichelhaft: „Lokführer kann jeder werden, er darf nur nicht blind sein.“
Unbestritten sind auch die Verluste der Bahn durch den Streik. Die damit verbundene Schädigung der Wirtschaft findet einige kritische Stimmen, aber auch Verständnis: „Weh tun muss es, dann klappts auch mit dem Tarifvertrag!“ Ein User richtet sich zum Thema Verluste direkt an den Bahnchef: „Wenn Sie, Herr Mehdorn, streiken würden, würde das kein Mensch merken. Jeder Zug würde trotzdem fahren.“
Bildquelle: flickr.com (Iroas)
Tags: bahn, GDL, Mehdorn, Streik, Tarifvertrag

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