Adieu Kurt, hello Chrome: Blogschau (09/II)

1106768739_e1ce515f1f1.jpg

Stunk im Bloggerland: Blogpapa Robert Basic maßregelt Spreeblick. Dort ist man nämlich der Meinung, Chrome sei nicht so arg viel ‘böser’ als andere Browser. Die Hysterie um Chrome und diesbezügliche Verschwörungstheorien gleiche somit bloßer Klickhascherei. So weit, so ok. Aber dann kommt er, der Absatz “Weil Sachlichkeit keine K(l)icks bringt. Weil wir alle BILD sind, auf der Suche nach der Sensation, dem Skandal, der einfachen Erklärung, dem klaren Feind- und damit Weltbild.”
Und Bild will man nicht sein! Andere Blogger sind nicht beleidigt, sondern einfach nur irritiert. Abgesehen von Klickhascherei und Sippenhaft gilt es allerdings immer noch, sich zu fragen, ob man Chrome nun benutzen kann oder nicht. Frank meint zum Beispiel: Alles halb so wild.
Aber wie schützt man nun seine Daten? Netzpolitik fasst einige Tipps zusammen, um Google zu ‘hintergehen’ – die der normale User nur leider nie verstehen und anwenden wird.

Neben kleinen Streitereien dieser Art wird auch wieder Großes geleistet, wie zum Beispiel das Auseinandersetzen mit dem gekürzten Putin-Interview am Anfang der Woche. Das ungekürzte Transkript beim Spiegelfechter lässt erahnen, wie sehr die ARD durch die Kürzungen den Informationsgehalt des Interviews verändert hat.
Und überhaupt: Blogger sind die wichtigsten Persönlichkeiten eines Landes. Deswegen ist Stefan Niggemeier wichtigster Deutscher. Wie schön, dass bei dem Ranking von Vanity Fair jeder so oft abstimmen kann wie er mag – und Blogger das herausgefunden haben.

Zum Ende der Woche sprechen zwei Freunde von Thilo SarrazinWissenschaftler der TU Chemnitz davon, dass man den HarztVI-Regelsatz kürzen müsse könne. ‘Widerliche Gestalten’, meint Fefe. Auch Jochen Hoff wettert gegen die Feststellung der Wissenschaftler, 132 Euro seien völlig ausreichend. Zeineku.de beschäftigt sich mit den Irrtümern der Studie.
Dieser wurde nach einigen heftigen Reaktionen ein Vorwort vorangestellt: Aus den Ergebnissen ließen sich “keine Konsequenzen” ableiten. Es geht nur um Wissenserweiterung – welche Art Wissen das ist, fasst Malte auf Spreeblick zusammen. Das ist toll, wenn Wissenschaft keine Verantwortung übernehmen will. Also: lieber was Anderes studieren.

Der Knaller kommt aber wie immer am geruhsamen Sonntagnachmittag. Jetzt ist es raus: Kurt Beck ist zurückgetreten, Steinmeier Kanzlerkandidat, Franz Müntefering zurück auf der politischen Bühne. Er übernimmt die Führung einer zerrissenen SPD, die in den letzten Monaten deutlich an Glaubwürdigkeit verloren hat.
Erste freudige Bloggerreaktionen raten Münte, die Frau Ypsilanti mal etwas auf Spur zu bringen. Andere bezweifeln die Richtigkeit der Entscheidung und hätten Beck gern mehr Zeit gegeben. Aber sind wirklich die Medien daran schuld, dass Beck immer mehr eine ominöse Linkslastigkeit zugeschrieben wurde? Er selber bezieht sich in seiner Stellungnahme zumindest auf die verzerrenden Darstellungen der Medien, die es unmöglich machten, das Amt des Parteivorsitzenden mit der ‘nötigen Autorität’ auszuüben.
Steinmeier scheint auch nicht allen Bloggern geeignet, sondern eher ein Dorn im Auge respektive Sargnagel für die SPD.

Bild: flickr.com (dream4akeem)

Tags: , , , , , , ,

Hinterlasse eine Antwort