Zwischen den Jahren in der Blogosphäre. Blogschau (12/IV)

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Zwischen den Jahren ist nicht viel los in der Blogosphäre. Den einen oder anderen Rückblick gibt es natürlich trotzdem.

Albrecht Müller schreibt auf den NachDenkSeiten, dass 2008 ein Jahr der Veränderung gewesen sei: Deutschland, ja die ganze Welt würde nach der Finanzkrise (die laut Trueten auch Polizisten trifft) nicht mehr so sein wie sie einmal war. Doch aufgepasst: “Wenn Sie in den zurückliegenden Jahren die NachDenkSeiten gelesen haben, dann wussten Sie schon seit langem, dass die Alarmzeichen der Krise schon viel früher erkennbar waren.” Oha! Gleichzeitig ist bei Müller auch Resignation zu spüren. In einem anderen Beitrag der letzten Tage heißt es:

Die Aufklärung durch Aufbau einer Gegenöffentlichkeit hat in diesem konkreten Fall (Andrea Ypsilanti) versagt. Die NachDenkSeiten wie auch andere kleinere Medien haben dies nun über ein Jahr lang versucht. Die Hauptmedien und die von ihnen beförderten politischen Interessen waren stärker.

Ebenso pessimistisch gibt sich Feynsinn, der die Sinnlosigkeit aller Gegenöffentlichkeitsversuche beklagt. Natürlich nur, um ein bißchen gestreichelt zu werden und zu hören: “Wir brauchen dich”. Ist an Weihnachten auch vollkommen legitim.

Markus Beckedahls Jahresrueckblick ist einen Klick wert.
Einen Jahresrückblick im Zeichen des Twitters liefern die Blogpiloten.

Jens Berger widmet sich am Jahresende einem der großen Themen der Blogosphäre, nämlich den Verschwoerungstheorien rund um den 11. September 2001. Er liefert eine interessante Zusammenfassung darüber, wie sich auf Basis von Verschwörungstheorien wiederum politische Organisationen zusammenrotten, die selbst oftmals mehr als undurchsichtig sind.

Statt eines Rückblicks gibt es bei Feynsinn einen Vorausblick auf 2009, der uns 30 Grad im April beschert.

Das CDU-Blog gedenkt dem an Heilig Abend verstorbenen Samuel Huntington und erinnert an dessen These vom Zusammenprall der Kulturen. Auch eine Art Vorausschau.

Dass die Idee mit der Berliner Rattenjagd rund um den Alexanderplatz nicht gut ankommen wuerde, hätte man sich bei der FDP denken können, aber naja. Fefe stellt sich die Hartzer mit Knüppel und Sack vor und verweist auf eine ähnliche Problematik in Indien. Dort führte das Kopfgeld auf Kobras dazu, dass die Bevölkerung anfing, Kobras zu züchten.

Auch andernorts macht die FDP (im Verbund mit der CDU) an Weihnachten keine gute Figur. Für Roberto De Lapuente ist die Idee, nur noch Kirchensteuerzahler zur Christmesse zu lassen, ein Zeichen fiesester Neoliberalität, die nun auch die Kirche marktkompatibel machen will.
Auch auf Duckhome fehlen der Redaktion bei der Idee, Platzkarten für Gemeindemitglieder zu entwerfen, damit die nicht Nichtzahlenden nicht etwa die besten Plätze belegen, die Worte.

Auf Mein Parteibuch liest man die Tagesschau-Schlagzeile “Israel gewährt Hilfe für Palästinenser” als eindeutiger Akt des Krieges. Dies bestätigt sich nur einen Tag später: Die israelische Armee beginnt Luftangriffe zur Stabilisierung der Sicherheitslage zu fliegen.
Auf der Achse des Guten liest sich der israelische Angriff mehr wie die Ohrfeige einer Mutter, die das trotzige Kind oft genug gewarnt hat. Die moralische Entrüstung über das Handeln der Israelis wird wie immer ins Lächerliche gezogen.

Mit diesen schlechten Nachrichten rutscht die Blogosphäre nun also ins neue Jahr 2009. Es kann nur besser werden. In diesem Sinne: Cheers und happy new year!

Bild: Flickr.com (knips_r)

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